Das norwegische Forschungsinstitut Center for International Climate and Environmental Research CICERO hat diese Woche eine Allianz zwischen Investoren und Wissenschaftlern gegründet. In dem Gremium sitzen unter anderem Klimaforscher, sowie Vertreter des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock und der Weltbank.

Das Ziel der Initiative: Sie soll Strategien entwickeln, mit denen Risiken der Erderwärmung und dessen Folgen wie Hitzeperioden, Überschwemmungen und Stürme besser eingeschätzt werden können. Denn der globale Temperaturanstieg wird im Portfolio von Vermögensverwaltern und Versicherern zunehmend zum unkalkulierbaren Risiko.

Claudia Tober, Geschäftsführerin beim Verband Forum Nachhaltige Geldanlage, beobachtet: „Aus Sicht von Investoren und Vermögensverwaltern geht es darum, mögliche Risiken für Anlagen aktiv und vorausschauend zu managen“. Unter dem Schlagwort „Divestment“ ziehen viele Anleger bereits heute ihre Anteile an kohlelastigen Firmen zurück, allen voran der norwegische Staatsfonds, weltweit der größte seiner Art.

Beliebte Strategien sind laut Tober außerdem die Nutzung der Einflussmöglichkeiten über Dialoge und auf Aktionärsversammlungen sowie klimafreundliche Investitionen. Auch wird das Instrument, den CO2-Fußabdruck von Portfolios zu messen, immer wichtiger.“

 

Auch deutsche Investoren rüsten sich

Das bestätigt auch die Vermögensverwaltung Deutsche Asset Management. „Neben den konventionellen Finanzkennzahlen berücksichtigen wir auch wesentliche nichtfinanzielle Informationen“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Dazu zählten beispielweise die Analyse von Chancen und Risiken, die sich aus ökologischen Kriterien wie Klimaschutz, CO2 und Kohle ergeben können.

Ebenso kalkulieren die Versicherungsriesen mit dem Klimawandel. Er sei „langfristig eines der größten Änderungsrisiken für die Versicherungswirtschaft“, sagt ein Sprecher der Münchner Rück-Versicherer. Die norwegische Initiative ist für Munich Re allerdings keine große Innovation. 35 Naturwissenschaftler arbeiteten dort laut Unternehmensangaben heute, um die Risiken von Naturkatastrophen zu analysieren, schon 1973 habe man in einer Publikation zu Überschwemmungen den Klimawandel als ein potenzielles zukünftiges Risiko für wetterbedingte Schäden angesprochen.

Der Klimawandel hinterlässt Spuren. (Foto: flickr)