Die Betreiber der Ladesäulen müssten entweder Grünstrom-Zertifikate vorweisen oder den regenerativen Strom vor Ort selbst erzeugen, heißt es in dem Entwurf des Bundesverkehrsministeriums für die entsprechende Förderrichtlinie, der zurzeit zwischen den Ressorts abgestimmt wird und der bizz energy vorliegt. Die Bundesregierung hatte im Frühjahr angekündigt, von 2017 bis 2020 den Aufbau von 15.000 Ladesäulen für Elektroautos zu fördern. Insgesamt sollen 200 Millionen Euro für 5.000 Schnellladestationen mit einer Leistung über 22 Kilowatt fließen und 100 Millionen Euro für 10.000 sogenannte Normalladesäulen. Mögliche Standorte sollen beispielsweise Bahnhöfe, Supermärkte und Raststätten sein.

Laut dem Entwurf für die Förderrichtlinie plant Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), jeweils bis zu 60 Prozent der Investitionskosten zu bezuschussen. Für eine Normalladesäule mit zwei Ladepunkten soll es demnach bis zu 6.000 Euro geben und für Schnellladesäulen bis zu 12.000 Euro. Für ultraschnelles Laden mit über 100 Kilowatt können Betreiber sogar mit 30.000 Euro rechnen. Für den Anschluss an das Stromnetz gibt es zusätzliches Geld. Wenn die Ladesäulen nicht rund um die Uhr zugänglich sind, will Dobrindt die Förderbeträge halbieren.

 

Regionale Differenzierung bei Ausschreibungen

Zwischen 2017 und 2020 soll die Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen in Aurich mehrere Ausschreibungen durchführen. Dabei sollen „in der Regel“ die geringsten Förderkosten das zentrale Kriterium sein, schreibt das Verkehrsministerium. In einer weiteren Passage deutet das Ministerium aber an, in welchen Fällen offenbar von dem Prinzip der günstigsten Angebote abgewichen werden kann. In den Förderaufrufen sollen der Bedarf und die „erforderliche regionale Differenzierung“ berücksichtigt werden.

Mit der Ankündigung, mehrere Ausschreibungen durchzuführen, kommt Dobrindt Kritik der Kommunen entgegen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hatte befürchtet, dass der Bund die 300 Millionen Euro nach dem Windhundprinzip vergeben könnte. Das wäre eine Strategie, mit der große Anträge in Ballungsgebieten bevorzugt würden, sagte der Geschäftsführer des Kommunalverbandes, Gerd Landsberg, im Juni gegenüber bizz energy.

 

Keine Förderung nach 2020

Nach dem nun vorliegenden Entwurf für die Förderrichtlinie dürfen in der vierjährigen Laufzeit des Programms maximal zehn Prozent der Mittel an einen Antragsteller vergeben werden. „Mittelfristig sollen die Errichtung und der Betrieb so weitgehend durch die Marktbeteiligten sichergestellt werden, dass nach Auslaufen des Programms ein Förderbedarf grundsätzlich nicht mehr besteht“, schreibt das Ministerium. Nach 2020 soll es also keine weiteren Steuergelder mehr geben.

In Einzelfällen will das Verkehrsministerium in den nächsten Jahren die Erzeugung von Ökostrom für die Ladesäule vor Ort durch die Förderung eines Pufferspeichers vorantreiben. Die Betreiber müssten dann nachweisen, dass der Speicher kostengünstiger ist als die Verstärkung des Stromnetzes. Die Betreiber können dann den Förderbetrag für den Netzanschluss erhalten.

Einige Ladestationen erzeugen ihren Strom mit Solarmodulen vor Ort. (Animation: istock.com / Chesky_W)