Studie
30.10.2013

Versichern gegen Naturkatastrophen lohnt

Schwellenländer sind durch Schäden aus Naturkatastrophen gemessen an ihrer Wirtschaftskraft am stärksten betroffen. Volkswirtschaftlich lohnt sich dort ein breites Versicherungsnetz, wie eine Studie im Auftrag der Munich Re ergab.

Die Schadenswerte aus Stürmen, Bränden oder Hochwasser liegen laut einer Erhebung des Rückversicherers Munich Re in den Schwellenländern pro Jahr durchschnittlich bei etwa 2,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zum Vergleich: In Industrieländern liegt der Anteil bei 0,8 Prozent, in Entwicklungsländern bei 1,3 Prozent. 

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Zwar verfügten Schwellenländer über eine relativ große Kapitalbasis. „Vielfach fehlen ihnen aber die Mittel oder die nötige Effektivität der Verwaltung, um sich beispielsweise durch bauliche Maßnahmen stärker gegen die Folgen von Naturkatastrophen zu schützen“, erklärte Michael Menhart, Chefvolkswirt von Munich Re. Hinzu käme die Urbanisierung von Küstenregionen. „Daraus erklärt sich die weit überproportionale Belastung dieser Länder aus Naturkatastrophen“, sagte Menhart. 

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Besonders betroffen in jüngster Zeit war etwa das Schwellenland Thailand. 2011 verursachte das Hochwasser dort direkte Schäden von 43 Milliarden US-Dollar, zwölf Prozent des BIP. In Chile lagen die Schäden durch das Erdbeben sogar bei 14 Prozent des BIP (30 Milliarden US-Dollar). 

Laut Munich Re können die wirtschaftlichen Folgen einer Katastrophe durch funktionierende Finanz- und Versicherungsmärkte abgemildert werden. Gerade in den Schwellenländern sei der ökonomische Vorteil einer Versicherung gegen Naturkatastrophen am größten, wie eine Studie der Universität Würzburg nun herausfand. Erstens entstünden indirekt Anreize zur Prävention durch Prämien. Zweitens wird im Katastrophenfall der Aufbau direkt unterstützt. 

„Die Studie bestätigt, wie wichtig es für schnell wachsende Schwellenländer ist, einen starken Versicherungssektor aufzubauen und privatwirtschaftliche Versicherungslösungen zu fördern", sagte Ludger Arnoldussen, im Vorstand von Munich Re unter anderem für die Region Asien/Pazifik zuständig. Denkbar seien auch Public-Private Partnerships, um die Versicherungsdichte zu erhöhen. Munich Re ist unter anderem in Mexiko, Taiwan, der Türkei, Rumänien und einigen Karibikstaaten an staatlich unterstützten Versicherungslösungen beteiligt. 

 

 

 

 

 

 

 

Redaktion
Keywords:
Munich Re
Ressorts:
Finance

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