Nach Monaten, in denen der größte Windturbinen-Hersteller der Welt vornehmlich schlechte Zahlen zu vermelden hatte, scheint sich das Blatt langsam zu wenden. Vestas gab am späten Montagabend bekannt, dass das Unternehmen eine Einigung mit den Kreditgebern über die weitere Finanzierung erzielt habe. Demnach wird die derzeitige Kreditlinie des Unternehmens auf Grundlage eines überarbeiteten Geschäftsmodells auf 900 Millionen Euro angepasst. 250 Millionen müssen bis 2015 zurückgezahlt werden, 650 Millionen Euro im Jahr 2015. Es besteht aber die Option, die letzte Tranche um zwei Jahre zu verlängern. 

Im Sommer hatte sich Vestas mit den Kreditgebern darauf verständigt, den Kreditrahmen der kommenden Jahre genau zu prüfen. Ergebnis: Mit dem neuen Geschäftsmodell sei es möglich, die Schulden in den nächsten Jahren zurückzuzahlen, teilte Vestas mit. Das Unternehmen mit Sitz im dänischen Randers erhielt zudem neue Kredite in Höhe von 255 Millionen Euro von der European Investment Bank und der Nordic Investment Bank. Vestas-Chef Ditlev Engel zeigte sich zufrieden mit der Übereinkunft: „Es ist in unserem Interesse, die Schulden zu reduzieren.“ 

Mit dem Deal scheint eine drohende Zahlungsunfähigkeit, wie sie einige Beobachter befürchtet hatten, abgewendet. „Vestas steht unter Dampf“, hatte vor kurzem noch Analyst Holger Steffen von SMC Research gegenüber BIZZ energy today die Finanzlage des Unternehmens beschrieben. An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Die Vestas-Aktie stieg um 16 Prozent auf 4,12 Euro, ist aber weit von ihrem Allzeit-Hoch von über 80 Euro im Jahr 2008 entfernt.

Mega-Turbine mit Mitsubishi

Die Aussichten auf eine Zusammenarbeit von Vestas mit dem japanischen Industriekonzern Mitsubishi werden konkreter. Vestas-Finanzchef Dag Andersen bestätigte, es gehe in den Gesprächen um die Entwicklung einer acht-Megawatt-Turbine für den Offshoremarkt. Bisher liegt die Leistungsgrenze bei sechs Megawatt.

Das japanische Unternehmen sucht einen Partner für den wachsenden Offshore-Markt in Japan. Nach der Atomkatastrophe von Fukushima will das Land die erneuerbaren Energien drastisch ausbauen. Ein Konsortium um den Industriekonzern Hitachi hat bereits angekündigt, bis 2020 1,5 Milliarden Euro in die Offshore-Windkraft in Japan investieren zu wollen.

 

(Foto: Vestas)