Dieses Jahr wurden Gesetze verabschiedet, die den deutschen Energiemarkt ab 2017 tiefgreifend verändern: Die Erneuerbaren werden sich dem Wettbewerb um Fördergelder stellen, Betreiber von KWK-Anlagen und mögliche Investoren haben weiterhin kaum Rechtssicherheit und das Gesetz zum flächendeckenden Einbau von Smart Metern definiert die Rollenverteilung zwischen Übertragungs- und Verteilernetzbetreibern neu. Viele Energieversorger werden vor allem ihre Geschäftsmodelle neu ausrichten müssen. Gerade deshalb darf das Wahljahr kein verlorenes Jahr für die Energiewirtschaft werden. Die Politik muss Antworten auf dringende Fragen liefern: Wie lässt sich der Ausbau der Stromnetze vorantreiben? Wie muss ein Strommarkt aussehen, der sich zum Großteil aus Erneuerbaren speist? Wer schultert künftig die Kosten für die Energiewende und den im Klimaschutzplan vorgesehenen massiven Ausbau von Gaskraftwerken und Erneuerbaren? 

In Brüssel stellt die EU-Kommission mit dem „Winterpaket“ gerade die Stellschrauben für die europäische Energiewende: Es wird den Handlungsrahmen für Netzbetreiber und die Förderkriterien für Erneuerbare definieren und Vorgaben für den grenzüberschreitenden Stromaustausch machen. Zudem gilt es, das frisch ratifizierte Pariser Klimaabkommen mit Leben zu füllen. Spannend wird zudem, wie die neue US-Regierung letztendlich die Energie- und Klimapolitik der USA ausrichtet. Bisher ist keine klare Linie zu erkennen.

Die Antwort von Wolfgang von Geldern, Vorstandsvorsitzender des Wirtschaftsverbands Windkraftwerke, lesen Sie hier.

Stefan Kapferer ist Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung. (Foto: Roland Horn)