Die deutschen 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW planen vier Hochspannungs-Gleichstromverbindungen (HGÜ), um den Windstrom künftig verlustarm von Nord- nach Süddeutschland zu transportieren.  Die südlichen Bundesländer müssen im Zuge des Atomausstiges bis zu 30 Prozentes ihre Stromes aus dem Norden importieren, vor allem aus Windpars an Land und auf hoher See. Die Investitionskosten für die vier HGÜ-Leitungen betragen mehrere Milliarden Euro. 

Im Bundesbedarfsplangesetzes, das der Bundestag vergangene Woche verabschiedet hat, sind aber erst drei HGÜ-Projekt enthalten. Die Verbindung von Emden über Borßum nach Osterath, für die Tennet und Amprion verantwortlich sind. Ebenso abgesegnet ist das Projekt von Osterath nach Philippsburg in den Netzgebieten von Amprion und TransnetBW. Auch die HGÜ-Leitung von Bad Lauchstädt nach Meitingen hat von der Bundesregierung schon grünes Licht enthalten.

Dies gilt allerdings nicht für das Teilstück aus dem Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein nach Goldshöfe in Baden-Württemberg. Den Bedarf für die Verbindung hatten die Netzbetreiber bereits im Konsultationsprozess zum aktuellen Netzentwicklungsplan angemeldet. Die Bundesnetzagentur hatte den Vorschlag aber nicht übernommen. Die Situation hat sich aber nun verschärft, wir rechnen für dieses Jahr nach aktuellen Prognosen mit einer deutlich höheren Windeinspeisung, sagte TransnetBW-Sprecherin Angela Brötel zu BIZZ energy today. Der vierte HGÜ-Korridor sei deswegen dringend notwendig. Der Netzentwicklungsplan wird jedes Jahr überarbeitet.