Mobilität
26.04.2016

Vor dem E-Autogipfel: Industrie sichert Unterstützung zu

fotos: wikipedi, deposit
Der Renault Zoe gehört bislang zu den beliebesten elektrischen Modellen.

Offenbar rückt die Einführung einer Kaufprämie für E-Autos näher. Im Vorfeld des für heute Abend geplanten Autogipfels sichert der bayerische Autobauer BWM eine „signifikante Beteiligung“ zu.

 

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Die deutsche Autoindustrie will sich an der Einführung einer Kaufprämie für E-Autos beteiligen. „Wir erklären uns bereit, uns signifikant an der Förderung zu beteiligen“, sagte ein BMW-Sprecher im Vorfeld des für heute Abend geplanten E-Auto-Gipfels mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegenüber bizz energy. „Eine direkte Förderung der Elektromobilität durch eine Kaufprämie ist erwiesenermaßen ein effizientes Instrument, um den Markt für Elektrofahrzeuge zu stimulieren“, so der Konzern. Auch beim Ausbau der Ladeinfrastruktur wolle sich BMW „über bereits laufende Projekte hinaus finanziell engagieren.“

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Damit kommt der bayerische Autobauer einer der Forderung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach. Der hat laut Medienberichten seine bis dato geltende Zurückhaltung gegenüber einem finanziellen Zuschuss aufgegeben – fordert aber eine Beteiligung der Industrie.

Bis zu 5.000 Euro Zuschuss beim E-Auto-Kauf

Heute Abend könnte die endgültige Entscheidung über die viel diskutierte Einführung einer Prämie fallen. Dann sitzt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Vertretern der Autoindustrie zusammen. Medienberichten zufolge könnte es bis zum Jahr 2018 eine Prämie in Höhe von 4.000 bis 5.000 Euro für reine Stromer geben, Hybridfahrzeuge könnten mit bis zu 3.000 Euro bezuschusst werden. Dafür will das Finanzministerium rund 600 Millionen Euro bereitstellen. Die gleiche Summe soll die Industrie beisteuern.

Auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) warb am Dienstagvormittag nochmals für eine E-Auto-Förderung. Im ZDF-Morgenmagazin sagte er: Damit Deutschland „schneller als es marktbetrieben geht“ in alternative Antriebe komme, müsse man Unterstützung leisten. Das gelte sowohl für batteriebetriebene als auch für Brennstoffzellen-Fahrzeuge, ergänzte er.

Umweltschützer sehen in der Prämie ein Geschenk an die Autoindustrie. „Die Pläne der Bundesregierung zur Förderung von Elektroautos tragen die Handschrift der Autoindustrie, die dann gönnerhaft erklärt, sich an der Finanzierung beteiligen zu wollen“, kritisiert der Vorsitzende der Umweltorganisation BUND, Hubert Weiger. „Vor dem Hintergrund nicht nachvollziehbarer Aufpreise für Elektroautos und seit Jahren erzielten Rekordgewinnen können die Autokonzerne die von ihnen angebotenen Zuschüsse aus der Portokasse zahlen“, moniert er.

Jana Kugoth
Keywords:
Kaufprämie | Elektromobilität | Angela Merkel | Wolfgang Schäuble | Alexander Dobrindt | Bund
Ressorts:
Governance

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