Die jüngste Leitzinssenkung macht es deutlich: die Zeiten für Sparer sind hart. Das gilt auch für professionelle Anleger. Seit Jahren wird deswegen nach attraktiven Renditen gefahndet. Bereits 2010 haben wir beschlossen, in erneuerbare Energien zu investieren. Dabei haben wir uns von vertrautem Terrain – Deutschland – in Europa vorgearbeitet. Heute sind wir mit Solar- und Windenergieanlagen auch in Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien und Schweden vertreten. Diese regionale Diversifizierung bietet einen gewissen Schutz bei Änderungen länderspezifischer Regulierungsvorschriften.

Bislang haben wir eine Milliarde Euro investiert, 1,5 Milliarden wollen wir noch in den nächsten Jahren investieren. Eine ähnliche Anlagecharakteristik weisen Investitionen in Infrastruktur auf: lang laufende, gut zu kalkulierende Erträge auf einem attraktiven Niveau. Hier haben wir rund 500 Millionen Euro unter anderem in Starkstrom- und Gasnetze investiert. Eine Milliarde steht noch aus, die wir in andere Formen der Infrastruktur wie Häfen, Flughäfen, Mautstraßen, Telekommunikation investieren wollen, um nur einige mögliche Beispiele zu nennen.

Voraussetzung unserer Investitionsbereitschaft bleibt der Bestandsschutz. Das Vertrauen der Investoren darf nicht missbraucht werden. In Spanien wurden retroaktiv die Erträge aus erneuerbaren Energien abgeschöpft. Solche Maßnahmen sind Gift für Investoren, sie bleiben dann weg. Die Niedrigzinsphase wird anhalten, der Anlagebedarf hoch bleiben. Wenn die Preise vernünftig sind, können wir uns weitere Investitionen gut vorstellen. Wir haben keinen Druck. Qualität geht vor Quantität.

 
MEAG-Geschäftsführer Holger Kerzel (MEAG; Titelbild: depositphotos)