Elektromobilität
10.08.2018

Eon: Vorhandene Ladesäulen könnten mehr E-Autos bedienen

Foto: iStock
Öffentliche Ladesäulen, wie diese in Berlin, können meist zwei Fahreuge gleichzeitig versorgen.

In Deutschland kommen derzeit auf eine öffentliche Ladestation durchschnittlich 4,5 Elektroautos. Dreimal so viele könnten versorgt werden.

Fahren in Deutschland so wenige Elektroautos, weil die Zahl der öffentlichen Ladestationen nicht reicht? Dies jedenfalls behaupten regelmäßig die Auto-Hersteller und rechtfertigen damit ihre noch lückenhafte Modellpalette. Ohne Ladesäulen sei der Kauf eines Elektroautos für Kunden nicht attraktiv. Eine Auswertung des Energiekonzerns Eon zeichnet ein anderes Bild: Demnach gab es Anfang 2018 auf Deutschlands Straßen knapp 54.000 E-Autos und mehr als 12.000 öffentliche Ladestationen. Damit kommen auf eine öffentlich zugängliche Ladestation, die in der Regel über mehrere Ladepunkte verfügt, im Schnitt 4,5 Elektroautos – mehr wären verkraftbar.

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Die Nationale Plattform Elektromobilität empfiehlt für das Ziel der Bundesregierung von einer Million Elektroautos im Jahr 2022 etwa 80.000 Ladestationen inklusive Schnellladern – also 12,5 Fahrzeuge pro Ladestation. „Rein rechnerisch betrachtet könnten die bereits installierten Ladestationen also knapp dreimal so viele E-Autos versorgen, wie in Deutschland bereits angemeldet sind“, sagt Victoria Ossadnik, Vorsitzende der Eon-Geschäftsführung. 

Bayern ist Spitzenreiter

Bei den absoluten Zahlen führt Bayern: Knapp 13.000 E-Autos sind im Freistaat angemeldet, insgesamt gibt es rund 2.300 Ladestationen. Das bedeutet allerdings mit 5,6 Elektrofahrzeugen pro Ladestation das schlechteste Verhältnis von E-Autos und Lademöglichkeiten. Vor allem in den bayerischen Städten müssen sich mehr E-Mobilisten Ladestationen teilen: Im Großraum München kommen 11,4 E-Autos auf eine öffentliche Ladestation, in Nürnberg sind es 10,2. In Berlin sind es beispielsweise nur 3,7 E-Autos je Ladestation, in Hamburg drei.

Ganz anders sieht es in Mecklenburg-Vorpommern aus: Hier kommen nicht einmal zwei Elektroautos auf eine öffentliche Ladestation. Allerdings gehört das Bundesland auch zu den Ländern mit den geringsten Zulassungszahlen: Nur 0,05 Prozent aller Fahrzeuge fahren dort rein elektrisch. In Thüringen ist das Verhältnis von E-Autos zu öffentlichen Ladestationen ähnlich gut wie in Mecklenburg-Vorpommern.

Wolfsburg hat die höchste E-Auto-Quote

In einigen Regionen sind E-Autos deutlich verbreiteter sind als im bundesweiten Durchschnitt, der bei 0,12 Prozent liegt. Absoluter Spitzenreiter mit 0,46 Prozent E-Auto-Quote ist Wolfsburg, die Heimat des e-Golfs von VW. Insgesamt zeigt sich allerdings, dass im Süden anteilig deutlich mehr Elektrofahrzeuge unterwegs sind als in der Mitte oder im Norden des Landes. 

Ausnahmen sind Hamburg und Berlin. Im reinen Bundesländervergleich können die Hanseaten mit 0,18 Prozent den höchsten Anteil reiner Elektroautos an den zugelassenen PKW aufweisen. Bayern und Berlin teilen sich den zweiten Platz. Schlusslicht im Ranking ist Sachsen-Anhalt.

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Carsten Kloth
Keywords:
E-Mobilität | Ladesäulen
Ressorts:
Technology

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