Klimaschutz
27.07.2018

Wacken-Open-Air-Festival will grüner werden

Foto: Wacken Open Air/ICS Marketing
Luftaufnahme des Heavy-Metal-Festivals "Wacken Open Air", das jährlich im August in Schleswig-Holstein stattfindet.

Der Veranstalter des „Wacken Open Air“ kooperiert mit dem Energieprojektierer GP Joule, um das riesige Metal-Festival umweltfreundlicher zu machen. Events dieser Art gelten als klimaschädlich.

Es ist das größte Heavy-Metal-Festival der Welt. Über 75.000 Fans aus aller Welt pilgern in das Dorf Wacken in Schleswig-Holstein und lassen die 2.000-Seelen-Gemeinde vom 2. bis zum 4. August zum Mittelpunkt der Festivalszene werden.

Anzeige

Nun kooperieren die Festival-Veranstalter mit GP Joule, einem System-Anbieter für erneuerbare Energielösungen aus Nordfriesland: In den kommenden Jahren wollen sie sowohl das Wacken-Festival als auch weitere Events schrittweise auf erneuerbare Energie und grüne Mobilität umstellen.

Anzeige

Besucher können sich informieren

Gemeinsam sollen Lösungen für die vollständig regenerative Energieversorgung von Großveranstaltungen entwickelt werden, wobei die jeweiligen Kommunen und Besucher im Fokus stünden, erklärt GP Joule-Geschäftsführer Ove Petersen. „Somit denken wir neben der dezentralen Erzeugung auch die Speicherung und Verteilung von grüner Energie mit.“ Ermöglicht werden könne dies durch portable Photovoltaik-Anlagen, sowie Elektro- und Wasserstoff-Mobilität für den Gelände- und Regionalverkehr als auch für die Logistik.

Auf dem „Wacken Open Air“ 2018 wird es einen „Energy Hub“ geben. In diesem Show-Container können Besucher sich informieren und Angebote ausprobieren – beispielsweise spezielle Photovoltaik-Module für Power Packs als mobile Ladestation für Handys und Kühltruhen und E-Bikes, darunter ein eigens konzipiertes „Wacken-Bike“.

CO2-Ausstoß wie eine Kleinstadt

„Nachhaltigkeit ist für das Wacken Open Air ein zentrales Zukunftsthema, ohne das ein solches Event schon auf mittlere Sicht vermutlich nicht mehr durchführbar sein wird“, sagt Festivalgründer Holger Hübner. Man sehe in dieser Kooperation eine große Chance, die Veranstaltung sowohl für die Fans als auch die Anwohner in Zukunft zu sichern und gleichzeitig die Umwelt zu schützen.

Festivals gelten nicht gerade als umweltfreundliche Ereignisse: Der Veranstalter des Hurricane-Festivals hat errechnet, dass jeder Besucher durchschnittlich 15 Kilo Müll zurücklässt und bis zu 40 Kilogramm CO2 pro Tag verursacht. Das Melt-Festival, das größte Indie- und Elektro-Musikfestival Europas, stößt an einem Wochenende so viel CO2 aus wie eine ganze Kleinstadt. Umweltprojekte und Klimakooperationen wie die „Green Music Initiative“ suchen seit einigen Jahren praktische Ansätze zur Reduktion der Umweltbelastung von Festivals.

Lesen Sie auch: EU fasst weitreichende Beschlüsse für Klimaschutz

Carsten Kloth
Keywords:
Klimaschutz
Ressorts:
Community

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy
Winter 2018/2019

Die aktuelle Ausgabe gibt es ab sofort bei unserem Abonnentenservice unter bizzenergy@pressup.de

Das E-Paper ist erhältlich bei iKiosk oder Readly.

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen