Bilanz
18.03.2014

Wacker hofft auf Wende im Silizium-Geschäft

Wacker
Wacker-Zentrale in München

Im vergangenen Jahr lief das Silizium-Geschäft mit der Solarindustrie für Wacker schlecht – trotz Absatzrekord. Hoffnung macht die gütliche Einigung mit Peking in Bezug auf die Silizium-Exporte nach China.

Der Münchner Chemiekonzern Wacker hat sich bei seinen Silizium-Exporten nach China einvernehmlich mit der Regierung in Peking geeinigt. Wacker darf demnach den in Europa produzierten Rohstoff in China nicht unter einem festgelegten Mindestpreis verkaufen, Peking verzichtet im Gegenzug auf die Erhebung von Strafzöllen. 

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Über die genauen Details herrscht Stillschweigen, Wacker-Vorstandschef Rudolf Staudigl sieht die Einigung jedoch „im besten Interesse sowohl von Wacker als auch der chinesischen Solarindustrie“. Wacker könne damit weiter zu wettbewerbsfähigen Preisen in China anbieten. Die Regelung gilt für zwei Jahre ab dem 1. Mai 2014.

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Gewinn schrumpft um 95 Prozent

Wacker legte am Dienstag auch seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Der Umsatz sank um etwa drei Prozent auf knapp 4,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um knapp 15 Prozent von 795 Millionen auf 679 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb dem Konzern ein Gewinn von gerade noch etwas über sechs Millionen Euro, ein Minus von knapp 95 Prozent. Für die Aktionäre schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende von 0,50 Euro vor.

Den Konzern belasteten im vergangenen Jahr insbesondere die konstant niedrigen Preise für Solarsilizium. Diese lagen 2013 im Durchschnitt um etwa ein Drittel niedriger als 2012. Der Umsatz im Geschäftsbereich Polysilicon verringerte sich um knapp 19 Prozent auf 924 Millionen Euro, obwohl Wacker mit 49.000 Tonnen so viel Silizium wie noch nie absetzen konnte. Das Ebitda lag dort mit 234 Millionen Euro 45 Prozent unter dem Vorjahr. Neben den niedrigen Preisen waren dafür auch die Unsicherheiten wegen des Anti-Dumping-Streits zwischen China und der EU in der Solarindustrie verantwortlich. 

Entspannung auf dem Solarmarkt

Wacker senkte im vergangenen Jahr das Investitionsvolumen um über die Hälfte auf rund eine halbe Milliarde Euro. Etwa 250 Millionen Euro flossen davon in die neue Silizium-Fabrik in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Die Produktion soll dort in der zweiten Jahreshälfte 2015 starten und die Kapazität von Wacker um 20.000 Tonnen pro Jahr steigern. Wacker geht in der Solarindustrie von steigenden Zubauraten aus, im laufenden Jahr von bis zu 52 Gigawatt. 

Für 2014 erwartet der Vorstand wieder einen steigenden Umsatz und Ertrag. Das Ebitda soll den Vorjahreswert um mindestens zehn Prozent übertreffen. „Nach zwei herausfordernden Jahren bin ich für 2014 optimistischer“, sagte Konzernchef Staudigl. Auch im Silizium-Geschäft für die Solarindustrie soll der Umsatz wieder steigen, nicht nur wegen höherer Absatzmengen. „Wir sehen auch Chancen für eine leichte Erholung bei den Preisen“, so Staudigl.

 
Daniel Seeger
Keywords:
Wacker | Rudolf Staudigl | Photovoltaik | Silizium
Ressorts:
Finance | Markets

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