Der milde Winter in Nordamerika könnte für US-Energieriesen zu einem Verlustgeschäft werden. Eis und Schnee blieben in vielen Landesteilen der USA bisher aus – und somit auch die für die Jahreszeit normalerweise hohe Nachfrage nach Heizöl und Erdgas.

Die Konzerne blieben auf ihren Vorräten sitzen. Die Ölpreis-Talfahrt der vergangenen 17 Monate sowie der Schieferöl- und gas-Förderboom seit 2009 haben die Märkte geflutet. Dennoch wollen die OPEC-Länder ihre Ölförderung nicht zurückfahren. Sie erwarten aber Förderrückgänge bei den US-Fracking-Firmen.

Die Erdgasspeicher waren laut Nachrichtenagentur Reuters in der vergangenen Woche rund 16 Prozent voller als im Winter des Vorjahres. Auf den Gasfeldern im Land finde man „anstatt einer Mentalität des Wachstums“ aktuell „eine Mentalität des Überlebens“, sagte Charles Nevle vom Analysehaus PointLogic Energy in Houston. Allerdings soll die Nachfrage nach LNG  in den kommenden zehn Jahren laut Reuters weltweit von aktuell 249 Millionen Tonnen auf 410 Millionen Tonnen in 2025 steigen. Die Verschiffung von Flüssiggas nach Asien könnte US-Firmen neue Märkte erschließen.

Bisher fehlt in den USA jedoch die dafür nötige Infrastruktur. Der Konzern Cheniere Energy plant aber, im Januar den ersten LNG-Tanker vom Terminal Sabine Pass an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Louisiana und Texas auf Jungfernfahrt zu schicken.

(foto: deposit)