Alternative Antriebe
29.08.2018

Wasserstoff-Busse für den Kölner Speckgürtel

Foto: Regionalverkehr Köln GmbH
30 Busse mit H2-Antrieb hat Regionalverkehr Köln bei dem belgischen Hersteller Van Hool bestellt.

Anders als viele andere Verkehrsbetriebe setzt der Regionalverkehr Köln auf die Brennstoffzelle. Dabei brauchen nicht nur die Fahrer Geduld und gute Nerven.

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Bei der Chlorproduktion fallen in der Region Köln als Nebenprodukt täglich bis zu 20 Tonnen H2 an, die teilweise in die Atmosphäre abgelassen werden. „Der Wasserstoff aus der Region reicht zur Betankung von 800 bis 1.000 Brennstoffzellen-Bussen“, sagt Conrad. Noch transportiert ein Lkw das Gas die wenigen Meter von der Fabrik zur Tankstelle – eine Pipeline war bisher für den geringen Absatz zu teuer. Künftig will der RVK die Kapazität aber erhöhen und die Software auch für die Betankung von Pkw auslegen. Zwei neue H2-Stationen sollen 2019 direkt auf RVK-Betriebshöfen in Meckenheim und Wermelskirchen errichtet werden.

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Andere Verkehrsbetriebe entscheiden sich erstmal noch für reine Batteriebusse: Die Hamburger Hochbahn etwa hat 30 Elektrofahrzeuge aus Serienfertigung von EvoBus und dem polnischen Hersteller Solaris geordert. Weder Daimler noch MAN hätten in naher Zukunft serienreife BZ-Busse in Aussicht stellen können, teilt die Hochbahn mit. „Prototypen helfen uns nicht weiter. Der Preis muss stimmen, deshalb brauchen wir Serienfahrzeuge in Massenproduktion.“ 

„Es gibt eben Strecken, die kann man mit Batterien nicht fahren“

Doch Conrad ist sich sicher, dass H2 bei Nutzfahrzeugen und auf Langstrecken, insbesondere im ÖPNV, eine wichtige Rolle spielen wird. „Es gibt eben einfach Strecken, die kann man mit Batterien nicht fahren.“ Zum Beispiel in Hürth, wo ein Bus nacheinander auf verschiedenen Linien eingesetzt wird. Nur so lassen sich lange Standzeiten vermeiden, weil Busse im Umland weniger häufig fahren als in der Stadt.

Um im RVK-Gebiet reine Batteriebusse zu betreiben, müssten sehr viele Ladestationen errichtet werden, sagt Conrad. Oder es müssten Busse mit extrem großen Batterien angeschafft werden, was wegen des höheren Gewichts zu Lasten der Fahrgastkapazität ginge.

Die 30 neuen BZ-Busse des RVK sollen übrigens keine Aufkleber mit Hinweis auf den H2-Antrieb tragen. Sie werden einfach weiß sein, wie andere Busse auch. Ganz normal eben.

Lesen Sie auch: Die Unbeirrbaren – Japan geht den Weg des Wasserstoffs

Jutta Maier
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Keywords:
Alternative Antriebe | Wasserstoff-Busse | Regionalverkehr Köln | erneuerbare Energien | Elektromobilität
Ressorts:
Governance | Technology | Markets

Kommentare

Was für eine Energieverschwendung.
Albert Einstein hat einmal auf die Frage nach dem häufigsten Element im Universum geantwortet: „Wasserstoff und die Dummheit der Menschen. Aber beim Wasserstoff bin ich mir nicht ganz so sicher“.
Es gibt längst Busse, die viel sauber, umweltfreundlicher und kostengünstiger fahren. Einmal bei SCANIA nach Bioethanol-Busse anfragen!

Bedauerlicherweise ist Bioethanol technischer Quatsch und für den öffentlichen Verkehr längst überholt. Abgesehen von thermischen Problem und oftmals vorhandenem Ärger mit der Motorschmierung, gibt es weitere Details die nicht dauerhaft funktionieren und Herstellern wie Scania und Mercedes wohl bewusst sind. Egal wie man es anstellt, der an­ti­quierte Verbrennungsmotor bittet in keiner Form etwas vergleichbar umweltfreundlicheres als eine Brennstoffzelle. Das gilt jedoch nur, wenn nicht wie bisher der Wasserstoff wie bei vielen Systemen (auch außerhalb der E-Mobilität)aus Erdgas, etc. gewonnen wird. Aber wie bei vielen technischen Lösungen ist Deutschland längst nicht mehr an der Spitze der entsprechenden Technologien. Und solange die großen Villen und privat Fahrzeuge der Aufsichtsräte und CEO´s bezahlt werden und der durchschnitts Bürger sich hinters Licht führen lässt, wird sich daran nicht ändern. Wie so oft geht es nur um Macht und Umsatz und nicht um die Sache selbst.

Und dafür dann die Urwälder für Palmöl roden.

Natürlich gehört Wasserstoff bzw. der Brennstoffzelle die Zukunft. Gemeinsam mit innovativer Batterietechnik. In einigen Jahren mit der Feststoffbatterie lachen wir über unsere heutige Diskussionen. Ich fahre übrigens seit 2 Jahren sehr erfolgreich elektrisch und bin noch nie stehen geblieben.

Das Zitat ist leider falsch wiedergegeben. Mit der Dummheit von Anderen sollte man nicht spekulieren, solange man selbst nicht sattelfest ist. Wasserstoff ist eindeutig sauberer als Bioethanol, das aus importiertem Zuckerrohr (Brasilien) hergestellt wird. Richtig ist, dass die Elektrolyse energieaufwendiger ist, was aber bei Nutzung von Überschussstrom aus Offshore-Windkraft (Power to Gas) kein Problem darstellt.

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