E-Mobiliät
01.10.2013

Wasserstoff hebt ab

Foto: DLR
Wasserstoff-Flieger Antares

Die Brennstoffzelle ist älter als der Benzinmotor. Aber erst jetzt findet sie Verbreitung: Zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

 

Anzeige

Ein abgelegener Gewerbehof im Hamburger Stadtteil Finkenwerder. Vor einer gemauerten Halle mit grauen Türen stehen, zwischen Reifenstapeln und Ölfässern, einige zerbeulte Autos. 

Ihre besten Tage haben die Wagen längst hinter sich, die Werkstatt ist ihre letzte Chance auf ein bisschen Lebensverlängerung. Ausgerechnet dieses triste und abgelegene Gelände haben sich Barnaby Law und seine Kollegen ausgesucht, um an der Zukunft der Mobilität zu arbeiten. Sie wollen dabei offenbar ungestört sein, denn ein Firmenschild gibt es nicht. „Wir entwickeln Brennstoffzellen-Technologien für Flugzeuge“, verrät der Airbus-Ingenieur.  

Anzeige

Es geht um den Traum vom sauberen Fliegen mithilfe von Wasserstoff. Dessen Potenzial hatte Jules Vernes schon 1870 erkannt. „Die Energie von morgen ist Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist“, schrieb er damals über die Elektrolyse. Das fossile Zeitalter hat den Durchbruch von Wasserstoff um mehr als hundert Jahre verschoben, der Trend zu sauberen Energiequellen rückt ihn – und die mit grünem Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle – wieder in den Fokus. 

Das Potenzial ist vorhanden: Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung in Ulm prognostiziert für das Jahr 2020 einen globalen Umsatz von 850 Millionen Euro, im Jahr 2050 sollen es schon 173 Milliarden Euro sein. Der Chemie, Elektro- und Autoindustrie sowie Anlagenbauern winken gute Geschäfte. Tatsächlich steht Wasserstoff auch bei Industriebossen wieder auf der Agenda. „Wir wollen, dass unsere Flugzeuge leiser und sauberer werden“, sagt EADS-Chef Thomas Enders. Ab dem Jahr 2020 will die Luftfahrtindustrie klimaneutral wachsen, so das Ziel des internationalen Branchenverbandes IATA. Wasserstoff soll Teil der Lösung sein. 

Fliegen mit Wasserstoff?

Nur wenige Kilometer vom Hamburger Airbus-Werk tüftelt Ingenieur Law daher mit seinen Kollegen an Brennstoffzellen für Passagierflieger. In der Halle sind große Glasschränke mit allerlei Technik aufgebaut. Druck- und Temperaturbedingungen entsprechen denen an Bord eines realen Fliegers. „In unserer Branche steht Sicherheit an oberster Stelle“, sagt Law. An einem Flugsimulator analysiert er den Start auf dem Rollfeld der Airbus-Zentrale in Toulouse.

Die Brennstoffzellen sollen eines Tages die Energieversorgung an Bord übernehmen. Law spricht von einem multifunktionalem System. Aus der Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff lässt sich nicht nur Wärme und Strom gewinnen, auch die Beiprodukte Wasser und Luft lassen sich an Bord nutzen. Notstromaggregate und Batterien werden entbehrlich, das spart Gewicht. „Wir können mit dem System bis zu drei Prozent Kerosin sparen“, sagt Law. Zudem sinke der Stickoxid-Ausstoß. Dieses „multifunktionale System“ werde in zehn Jahren serienreif sein, für die neue Generation der A320-Maschinen.

Eines unfernen Tages, davon ist Law überzeugt, wird eine einzelne Brennstoffzelle sogar eine große Passagiermaschine fliegen lassen. Immerhin: Der vom Deutschen Luft und Raumfahrtzentrum entwickelte Einsitzer Antares absolvierte bereits vor vier Jahren seinen Jungfernflug – mit Brennstoffzellen als Antrieb.

 

Bei der Hamburger Hochbahn gehören Brennstoffzellen schon zum Repertoire......

Den ganzen Artikel finden Sie in der September-Ausgabe von BIZZ energy today. Sie finden es im gut sortierten Fachhandel, oder über unserem Leserservice unter Telefon +49 (0)40 41 448 478. 

 

 

 

 
Karsten Wiedemann
Keywords:
Wasserstoff | Aribus | DLR | Hamburg | Clean Energy Partnership
Ressorts:
Technology

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy – Sommer 2018

Die aktuelle Ausgabe gibt es ab sofort bei unserem Abonnentenservice unter bizzenergy@pressup.de sowie als E-Paper bei iKiosk oder Readly.

 
 

bizz energy Research

Welche Stellschrauben können Sie drehen, um Ihren Bestandswindpark zu optimieren?
Mithilfe des interaktiven Datentools von bizz energy Research sehen Sie die Effekte auf den Netto-Cashflow.


Link zum Cashflow-Rechner von bizz energy Research