Power-to-Gas
15.03.2019

Wasserstoff: Salzgitter baut Elektrolyse aus

Foto: Salzgitter AG
Der bereits bestehende Elektrolyseur in Salzgitter soll deutlich erweitert werden.

Der Salzgitter-Konzern will mit Partnern einen Hochtemperatur-Elektrolyseur mit einer Nennleistung von 720 Kilowatt errichten. Auch in der Politik bekommt das Thema Wasserstofferzeugung zunehmend Aufmerksamkeit.

Im Hüttenwerk der Unternehmenstochter Salzgitter Flachstahl will der Stahlkonzern Salzgitter die nach eigenen Angaben weltweit leistungsstärkste Hochtemperatur-Elektrolyse zur energieeffizienten Wasserstofferzeugung errichten. Das Projekt Grinhy 2.0 (Green Industry Hydrogen) verfügt über ein Gesamtbudget von 5,5 Millionen Euro und eine elektrische Nennleistung von 720 Kilowatt.

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Beteiligt sind auch das Dresdner Start-up Sunfire, das luxemburgische Technologie-Unternehmen Paul Wurth, der italienische Anlagenbauer Tenova, das französischen Forschungszentrum CEA und die Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH.

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Die Anlage soll bis Ende 2022 mindestens 13.000 Stunden in Betrieb sein und insgesamt etwa 100 Tonnen Wasserstoff von hoher Reinheit liefern. Dieser wird für Glühprozesse im integrierten Hüttenwerk genutzt und ersetzt dabei auf Basis von Erdgas erzeugten Wasserstoff.

Ziel ist CO2-arme Stahlproduktion

Ziel des Salzgitter-Konzerns ist eine CO2-arme Stahlproduktion. Dabei ersetzt Wasserstoff, der mit Strom aus regenerativen Quellen erzeugt wird, den bislang für die Verhüttung von Eisenerzen erforderlichen Kohlenstoff. Mit dem Hochtemperatur-Elektrolyseur soll die Einbindung von grünem Wasserstoff in die Prozesse des Hüttenwerks erprobt werden.

Per Hochtemperatur-Elektrolyse lässt sich die Effizienz im Vergleich zu herkömmlicher Wasserstoff-Elektrolyse deutlich steigern. Dabei kann beispielsweise auch Abwärme aus Industrieprozessen zur Produktion von grünem Wasserstoff genutzt werden.

Grünem Wasserstoff wird generell ein riesiges Potenzial für die Energiewende nachgesagt. Industrie und Politik ringen derzeit um die richtige Anschubhilfe, damit aus „Power-to-Gas“ ein Geschäftsmodell wird. Auch andere Unternehmen testen derzeit das Elektrolyse-Verfahren, bei dem Wasser beispielsweise mit Windenergie in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten wird. Die Hoffnung ist, dass sich erneuerbare Energien in großem Umfang als Wasserstoff speichern und transportieren lassen.

Es tut sich was auf Länderebene

Das Projekt Grinhy 2.0 knüpft an die bereits in Salzgitter betriebene erste Stufe von Grinhy an. Es wird durch das europäische Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 unterstützt. Die Projektpartner wollen die Wasserstoff-Technologie zwar weiterentwickeln, monieren aber die derzeitigen energiepolitischen Rahmenbedingungen.

Doch auf Seiten der Politik kommt langsam Bewegung in die Sache – zumindest auf Länderebene. So will Mecklenburg-Vorpommern die Sektorkopplung voranbringen. Dabei sollen erneuerbare Energien verstärkt auch zur Dekarbonisierung der Sektoren Wärme und Verkehr genutzt werden – etwa durch Power-to-Gas-Technologie und Wasserelektrolyse.

Auch das Land Niedersachsen will Wasserstoff weiter fördern. Umweltminister Olaf Lies (SPD) kündigte in Cuxhaven jüngst eine entsprechende Strategie an. Seit September 2018 fahren auf der Bahnstrecke Cuxhaven–Buxtehude zwei mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenzüge. Im Jahr 2022 soll in Niedersachsen eine Power-to-Gas-Pilotanlage entstehen, die für deutlich höhere Dimensionen ausgelegt ist: rund 100 Megawatt.

Lesen Sie auch: Mecklenburg-Vorpommern macht Druck bei Sektorkopplung

Carsten Kloth
Keywords:
Wasserstoff | Elektrolyse | Power-to-gas
Ressorts:
Technology

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