Die seit Jahresanfang geltende Reform der Ökostrom-Förderung in Deutschland muss aus Sicht von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) im neuen Jahr noch einmal in wesentlichen Punkten nachjustiert werden. "Was jetzt auf dem Tisch liegt, ist sicher ein Fortschritt, aber leider noch nicht ausreichend", sagte der Regierungschef des wichtigsten Windkraft-Landes der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

Dringend gebraucht werde eine realistische Prognose zum erwarteten Strombedarf im Jahr 2030. "Es ist eine Fehleinschätzung zu meinen, in zehn Jahren würde genauso so viel Strom benötigt werden wie heute", meinte Weil. "Wir können doch nicht ernsthaft die Klimaziele verschärfen und gleichzeitig davon ausgehen, dass der Energiebedarf auf dem gleichen Niveau bleibt." Niedersachsen ist gemessen an der installierten Gesamtleistung der größte deutsche Windkraft-Standort.

Das EEG 2021 trat zum 1. Januar 2021 in Kraft. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bezeichnete das Gesetz als "klares Zukunftssignal" für mehr Klimaschutz und mehr Erneuerbare. "Das neue EEG schafft den Rahmen, mit dem wir das Ziel von 65 Prozent Erneuerbare Energien bis 2030 und Treibhausgasneutralität in der Stromversorgung in Deutschland noch vor dem Jahr 2050 erreichen können", so der Minister. Schon der Umfang der Novelle zeige, dass sie ein großer und zentraler Schritt für die Energiewende ist.

Dass EEG 2021 soll in einem Monitoringprozess überprüft werden, ob die Erneuerbaren tatsächlich in dieser gewünschten Geschwindigkeit ausgebaut werden. Das neue EEG 2021 schafft zudem die Instrumente, um jederzeit kurzfristig nachsteuern zu können, wenn sich Hemmnisse abzeichnen.

jst/dpa

Windanlagen werden hierzulande wieder häufiger montiert - ob das EEG 2021 eine wenigstens kleinen Boom auslöst, ist aber noch nicht entschieden. (Copyright: Istock)