Der Essener Energiekonzern RWE plant weitere Kraftwerke zu schließen. Rund 1.000 Megawatt (MW) will RWE laut der Süddeutschen Zeitung vom Netz nehmen. Grund dafür seien stark gefallene Strom-Großhandelspreise, heißt es weiter.

Der Konzern bestätigte die Angaben bislang nicht. RWE bekräftigte aber, dass das Kraftwerksportfolio bekanntermaßen regelmäßig überprüft werde, damit man entsprechend reagieren könne, wenn Anlagen dauerhaft rote Zahlen schrieben.

Der Versorger habe seit Anfang 2013 bereits Anlagen mit einer Leistung von mehr als 12.600 MW eingemottet oder stillgelegt, sagte RWE-Power-Chef Matthias Hartung Mitte Juli. Eine Stilllegung muss von der Bundesnetzagentur genehmigt werden.

Im vergangenen Jahr schrieb RWE tiefrote Zahlen – der Nettoverlust betrug 2013 2,8 Milliarden Euro. Schuld daran seien insbesondere auch Kraftwerksabschreibungen von insgesamt 4,8 Milliarden Euro, hieß es damals seitens des Konzerns.

RWE verdient mit seinen Kohle- und Gaskraftwerken immer weniger Geld. „Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Diese Entwicklung ist unumkehrbar“, stellte RWE-Vorstandsvorsitzender Peter Terium auf der damaligen Bilanzkonferenz klar.

Überkapazitäten in Europa und die wachsende Konkurrenz durch staatlich geförderten Ökostrom lassen die Strom-Großhandelspreise fallen, wodurch die Energiekonzerne zunehmend unter Druck geraten.