Elektromobilität
02.05.2016

Welche E-Autos sich lohnen

Foto: Daimler
Die B-Klasse von Mercedes ist in der Elektrovariante pro Kilometer günstiger als das Benzinmodell.

Auch mit der kürzlich beschlossenen Kaufprämie sind nur wenige Elektroautos günstiger als vergleichbare Benziner oder Diesel. Das zeigt ein aktueller Preisvergleich des ADAC.

Der Automobilclub untersuchte die Kosten für zwölf E-Auto-Modelle. Bei zehn von ihnen müssen Verbraucher mit Mehrkosten zwischen vier und zehn Cent pro Kilometer gegenüber vergleichbaren Modellen mit klassischem Antrieb rechnen. Die von der Bundesregierung vergangene Woche beschlossene Kaufprämie von 4.000 Euro reicht also lange nicht aus, um die höheren Anschaffungskosten auszugleichen.

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Berücksichtigt wurden neben der Kaufprämie und Vergünstigungen bei der Kfz-Steuer für E-Autos noch Anschaffungspreis und Wiederverkaufswert sowie die Ausgaben für Kraftstoff oder Strom, Reparaturen, Reifen und Versicherung.

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Mercedes und Kia günstiger als Benziner

Lediglich zwei Fahrzeuge sind laut ADAC günstiger als vergleichbare Benziner oder Dieselmodelle. Der Kompaktvan Mercedes B 250 e mit einem Listenpreis von rund 39.000 Euro ist auf den Kilometer gerechnet 3,6 Cent günstiger als der vergleichbare, knapp 34.000 Euro teure Allrad-Benziner B 220 4MATIC 7G-DCT.

Sogar einen Mini-SUV gibt es als etwas sparsameren Stromer. Der rund 31.000 Euro teure Kia Soul EV ist laut ADAC pro Kilometer 0,6 Cent preiswerter als der knapp 23.000 Euro teure Benziner Soul 1.6 GDI Spirit.

Bemerkenswert ist, dass Elektroautos bei aktuellen Preisen für die Batterien selbst dann nicht konkurrenzfähig wären, wenn es den Strom geschenkt gäbe. Ohne Stromkosten spare ein Fahrer etwa zwei bis vier Cent pro Kilometer, erklärt ADAC-Sprecher Jochen Österle. Für Strom hatte der Automobilclub einen durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 28 Cent pro Kilowattstunde (kW) angenommen, für Super-Benzin 1,30 Euro pro Liter.

 

Intransparente Strompreise

Schließt ein Fahrer sein E-Auto jedoch nicht an die eigene Steckdose an, sondern an eine öffentliche Ladesäule, wird ein Preisvergleich noch schwerer. Manche Betreiber rechnen nämlich nicht nach Kilowattstunden ab, sondern nach Ladezeit. Einige Supermärkte wiederum geben Ladestrom vermeintlich kostenlos ab, wenn man bei ihnen seinen Wochenendeinkauf erledigt. „Im Sinne der Verbraucher wäre sicherlich mehr Transparenz bei den Abrechnungsmodellen von Ladestationen“, sagt Österle. Der ADAC arbeite an einem entsprechenden Preisvergleich.

 

Niedrigste Kosten bei Franzosen, höchste bei Tesla

Wer nicht auf den Vergleich mit Benzin-Modellen schaut, sondern unbedingt ein Elektroauto möchte, fährt günstig mit stromgetriebenen Kleinwagen aus französischer Produktion. Der Peugeot iOn Active und der Citroen C-Zero Tendance kosten in der Anschaffung beide um die 19.000 Euro und auf den Kilometer gerechnet gut 36 Cent. Mercedes B 250 e und Kia Soul EV kommen dagegen laut ADAC auf stolze Kilometerkosten von rund 62 beziehungsweise 47 Cent.

Für ein anderes, in der Anschaffung preiswertes französisches Modell, den Twizy von Renault, konnte der ADAC auf Anfrage keinen Kilometerpreis angeben. Wegen der fehlenden Seitenscheiben ist der Twizy als Quad zugelassen, deshalb gibt es für ihn keine Kaufprämie. Das Fahrzeug kostet in der Basisvariante rund 7.000 Euro zuzüglich einer monatlichen Batteriemiete.

Nichts für Sparfüchse ist erwartungsgemäß Teslas Modell S. Der Sportwagen kommt im Preisvergleich auf den höchsten Kilometerpreis von 1,37 Euro – fast vier Mal so viel wie bei den günstigen Franzosen.

Manuel Berkel
Keywords:
Elektroauto | Elektromobilität | Mercedes-Benz | Kia | Twizy | Renault | Peugeot | Citroen
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Kommentare

So ganz raus ist noch nicht, ob der Renault Twizy gefördert wird oder nicht. Der Twizy ist ein Fahrzeug der Klasse L7e. Diese Klasse fällt unter die Privilegien des Elektromobilitätsgesetzes (EmoG) gemäß §1, Ziffer 2. Zusätzlich gibt Renault zumindest bis Ende August laut Homepage noch 2.000 Euro Prämie auf den Twizy (ist ziemlich versteckt und selbst die Händler wissen das nicht immer). Es könnte also je nach Formulierung der Förderrichtlinie klappen.

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