Klimaschutz
19.10.2016

Weltbank: Globaler CO2-Preis spart 97 Milliarden Euro

Foto: istockphotos.com/mshch

Laut Prognose könnte ein weltweiter Preis für Kohlenstoffe die Kosten für die Einhaltung der Pariser Klimaziele bis Mitte des Jahrhunderts halbieren.

 

Anzeige

Mit einem internationalen Preis auf Kohlendioxid (CO2) könnten die Kosten für die Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter zwei Grad bis 2030 um mehr als ein Drittel gesenkt werden. 
Das ist das Ergebnis einer soeben veröffentlichten Weltbank-Studie. Demnach würden die Kosten für die Einhaltung der in Paris beschlossenen Klimaziele durch die Einführung eines globalen CO2-Preises von derzeit 314 Milliarden Euro (345 Milliarden US-Dollar) auf 217 Milliarden Euro (239 Milliarden US-Dollar) bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts fallen.

Anzeige

Laut den Prognosen würden sich die bis Mitte des Jahrhundert nötigen Klimaschutz-Investitionen sogar von halbieren. Ein global einheitlicher CO2-Markt ermögliche die Emissionseinsparungen dort, wo sie am günstigsten seien, argumentieren die Autoren. „Je mehr wir beim Emissionshandel kooperieren, desto größer sind die damit verbundenen Einsparpotenziale“, sagte der bei der Weltbank für das Thema Klimawandel zuständige John Roome bei der Vorstellung der Studie in Vietnam.

Grundlage der Weltbank-Prognose sind die bei der Weltklimakonferenz in Paris von den Mitgliedsstaaten vorgelegten nationalen Selbstverpflichtungen zur Minderung der Treibhausgasemissionen und die damit jeweils verbundenen Kosten für den Umbau der Volkswirtschaften von fossilen Energieträgern auf Erneuerbare.

 

Einnahmen in Milliarden-Höhe

Die Studie mit dem Titel „States and Trends of Carbon Pricing 2016“ ist der jüngste Vorstoß von Weltbank-Präsident Jim Yong Kim im Rahmen seiner Initiative zur Einführung eines weltweiten Preises für Kohlendioxid (CO2).

In den meisten Regionen der Erde können klimaschädliche Treibhausgase noch kostenlos in der Atmosphäre gelagert werden. Immer mehr Staats- und Regierungschefs sprechen sich allerdings für die Einführung eines Kohlenstoff-Preises aus. Zuletzt erhielt die Weltbank-Initiative beim Pariser Klimagipfel hochkarätige Unterstützung von wichtigen Staats- und Regierungschefs, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande und Kanadas Premier Justin Trudeau.

Im Jahr 2016 haben mehr als 40 nationale Körperschaften und 20 Städte, Regionen oder Kommunen einen Preis auf den Ausstoß von Klimagasen erhoben, dokumentiert die Studie. Derzeit seien 13 Prozent der weltweit ausgestoßenen CO2-Emissionen durch einen Emissionshandel oder eine CO2-Steuer mit einem Preis belegt. Insgesamt nahmen die Staaten im Jahr 2015 rund 26 Milliarden US-Dollar damit ein, 60 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Nicht überall auf der Welt ist der Handel mit CO2-Verschmutzungsrechtzen allerdings ein Erfolg. Der europäische Emissionshandel, das wichtigste Klimaschutzinstrument der EU, liegt derzeit brach. Eine Flut an billigen CO2-Zertigikaten hatte die Preise in den Keller gestürzt und das Instrument unwirksam gemacht.

Große Hoffnungen setzten die Weltbank-Studienautoren allerdings auf das kommende Jahr. Dann will China einen landesweiten Handel mit CO2-Zertifikaten einführen. Die Regierung in Peking will dabei Angebot und Nachfrage besser steuern, um die Fehler der EU zu vermeiden. 

Jana Kugoth
Keywords:
Emissionshandel | CO2-Steuer | CO2-Preis | Weltbank | Studie | China
Ressorts:
Finance

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen