Studie
06.06.2018

Weltenergierat: Digitalisierung bestimmt Agenda der Energiebranche

Foto: iStock
Digitalisierung gilt zunehmend als Schlüssel zur weltweiten Energiewende.

Für die Entscheider der Energiewelt sind Digitalisierung, Blockchain und Künstliche Intelligenz die Schlüsselthemen. Die aktuelle Geopolitik und das geringe Wirtschaftswachstum sorgen die Branche.

Digitalisierung, Dekarbonisierung und Dezentralisierung – das sind die aktuellen Schlüsselthemen und Herausforderungen im Energiesektor. Wie der Weltenergierat (World Energy Council) in seiner jährlichen Befragung herausgefunden hat, setzen sich die Entscheider der Energiewirtschaft vor allem mit den Risiken und Chancen dieser sogenannten „3Ds“ auseinander. Die Themen der alten Energiewelt, wie Kohle oder Atomtechnologie rücken hingegen in den Hintergrund.

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Befragt wurden 1200 Entscheider der Energiewirtschaft in mehr als 90 Ländern. Die aus dem „World Energy Issues Monitor 2018“ hervorgegangene Themenlandkarte zu Energiefragen in Deutschland und der Welt zeigt erstmals einen Innovationscluster, bestehend aus dem Internet der Dinge, künstlicher Intelligenz, der Blockchain-Technologie sowie Austausch- und Verkaufsplattformen.

 

Wandel bei den Prioritäten

 

Die Digitalisierung wird somit als eine der globalen Handlungsprioritäten mit hoher Wirkung und großer Unsicherheit gesehen. Lediglich in China, Japan und Italien, wo das Thema einen Spitzenplatz auf der Agenda belegt, nehmen die Befragten das Maß der Unsicherheit als vergleichsweise gering wahr.

 

„Die technologische Revolution der Energiewende ist wohl noch stärker als die politische“, lautet das Fazit von Carsten Rolle, Geschäftsführer des Weltenergierats in Berlin. Seiner Ansicht nach sollten die Unternehmen diesen Wandel von Geschäftsmodellen aktiv gestalten.

 

Global gesehen hätten sich die Handlungsprioritäten über die Jahre immer weiter angenähert, denn das Einhalten der Klimaschutzziele und der Umbau der Energiesysteme stellen viele Länder vor ähnliche Herausforderungen. „Wir sehen einen wichtigen Wandel bei den politischen und strategischen Prioritäten“, sagt Rolle. „Smarte dezentrale Energiesysteme haben Themen zu zentralen Großtechnologien für Energieversorger weiter verdrängt.“

 

Weltweite Sorgenkinder

 

Gerade für Entwicklungsländer steht aber auch das Thema Wirtschaftswachstum im Vordergrund. Geringes Wachstum und unsichere Rohstoffpreise gelten weltweit gesehen als Sorgenkinder, sowie die geopolitischen Beziehungen zwischen der EU, Russland und den USA. „Globaler Klimaschutz ist nur mit mehr Handel, mehr internationaler Kooperation und gemeinsamen Forschungsanstrengungen erreichbar – ob bei erneuerbaren Energien oder bei Power-to-X-Technologien“, so Rolles Schlussfolgerung. Fragile geopolitische Beziehungen und protektionistische Entwicklungen seien daher ernste Unsicherheitsfaktoren für eine globale Energiewende. 


 

Die Mitglieder des Weltenergierats sind hauptsächlich große Energieproduzenten und -händler, hinzu kommen einige Regierungsorgane, Forschungs- und Energieverbraucherorganisationen. Der „Issues Monitor“ zeigt die Bedeutung von Trends aus den Bereichen Technologie, Geopolitik, Marktbedingungen und Volkswirtschaft und ihre Bewegung im Laufe der Jahre.

 

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Carsten Kloth
Keywords:
Digitalisierung
Ressorts:
Governance | Markets

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