Cybersicherheit
31.03.2016

Weltenergierat-Studie: Branche hat große Angst vor Hackern

fotos: Wikipedia, Action Press/Jochen Zick
Die Energiewirtschaft fürchtet Cyber-Angriffe.

Die Energiewirtschaft fürchten in Folge der Digitalisierung verheerende Angriffe. IT-Experten beruhigen indes.

 

Anzeige

Die Angst vor Hackerangriffen auf das Stromnetz greift um sich ­– zumindest in der Energiewirtschaft. Sie fürchtet Cyberattacken wie beispielsweise 2014 durch die Hacker-Gruppe „Dragonfly“ auf westliche Energieunternehmen. 
Das ist das Ergebnis des soeben erschienen Branchenreports des Weltenergierats. Für den „World Energy Issues Monitor 2016“ hat das internationale Gremium mehr als 1.200 Topmanager, Wissenschaftler und Politiker aus rund 90 Ländern befragt.

Anzeige

Ist das übertriebener Alarmismus? Felix Dembski sieht jedenfalls keinen Grund zur Sorge. Er leitet beim IT-Branchenverband Bitkom den Bereich Intelligente Netze und Energie. Die Netzbetreiber sind seiner Einschätzung nach zunehmend gut gegen mögliche Angriffe gerüstet. Niemand starte „mehr bei Null“, sagt Dembski gegenüber bizz energy. So verpflichte die Bundesnetzagentur aktuell alle Netzbetreiber, ihre IT in ein strukturiertes Informationssicherheits-Management zu überführen, sagt er. „Das müssen sie bis Anfang 2018 auch von externen Auditoren zertifizieren lassen.“

Laut Weltenergierat hat die Sorge vor Attacken auf IT-Systeme bei den Energieexperten insbesondere mit Blick auf die europaweit diskutierte Einführung neuer IT-Standards zugenommen. In Deutschland bereite der für 2017 geplante Smart Meter-Rollout Versorgern und Kunden schlaflose Nächte.

 

IT-Experte: Smart Meter könnten Datensicherheit steigern

Dembski beruhigt auch hier. Mit dem Einbau intelligenter Messsysteme könnte die Datensicherheit sogar gesteigert werden, prognostiziert er. „Wir glauben nicht, dass durch den Rollout von Intelligenten Messsystemen die Gefahr durch Cyberangriffe steigt. Im Gegenteil. Eine „einheitliche, hochsichere Kommunikationsinfrastruktur aus Intelligenten Messsystemen aufzubauen“, sei „sicher keine schlechte Idee.“ Denn heute kommunizierten viele EEG-Anlagen über das offene Internet und viele Netzbetreiber verschickten Bilanzierungsdaten immer noch als Excel-Datei unverschlüsselt per Email. Dembski setzt deshalb auf das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende, das Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) im April verabschieden will.

Neben der IT-Sicherheit treibt den für den Report befragten Branchenexperten die Krise zwischen Europa und Russland Sorgenfalten auf die Stirn. Damit bestätigen sie ihre Einschätzung aus dem vergangenen Jahr. Der militärische Konflikt mit der Ukraine und die darauf erlassenen Sanktionen gegen Russland könnten demnach die Erdgaslieferungen Putins an Europa gefährden. Deutschland und Europa sind in hohem Maße von Energieimporten von Russland abhängig.

 

Jana Kugoth
Keywords:
Weltenergierat | Studie | Cyberattacken | Cyberkriminalität | Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende | Bitkom
Ressorts:
Governance | Technology

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen