Den weltweiten Wettlauf um den Erststart eines autonom fahrenden Taxis hat diesen Donnerstag das Start-Up Nutonomy gewonnen. Das Unternehmen ist eine Ausgründung des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Nun hat es kurzerhand die Konkurrenz hinter sich gelassen und in Singapur den öffentlichen Testbetrieb begonnen.

Der Fahrdienst-Markt befindet sich in einer grundlegenden Umbruchphase. Selbst fliegende Taxis scheinen Manchen schon zum Greifen nah. Neben Tesla haben auch Konzernriesen wie BMW und VW Pläne, groß ins Geschäft der Bestell-Mobilität einzusteigen. Erst vor kurzem sorgte noch Uber für Furore, als es ankündigte Ende August seine ersten autonomen Taxis in Pittsburgh ausfahren zu lassen. Nutonomy hat sie alle abgehängt. Genau wie Uber, hat das Start-Up dabei auf ein Selbstfahr-System zum Nachrüsten gesetzt, statt ein komplettes Auto neu zu entwickeln.

Im Singapurer Testlauf ist das System in zwei verschiedenen E-Autos im Einsatz: Dem Renault Zoe und dem i-MiEV von Mitsubishi. Vorerst sind bei jeder bestellten Fahrt noch Ingenieure mit im Fahrzeug. Das soll sich bald ändern, doch schon jetzt sind sie bloße Beifahrer hinterm Lenkrad.

Schlimme Unfälle mit Teslas Autopilot hatten noch unlängst die Reife der Technik fragwürdig erscheinen lassen. Doch die Entwickler von Nutonomy scheinen ihrer Sache sicher.

Per App wird das Auto bestellt und ist für die freiwilligen Tester derzeit noch kostenlos. Aber auch das nur vorübergehend. Die Großinvestoren Ford und Highland Capital mögen zwar noch im Mai 16 Millionen US-Dollar vorgestreckt haben, freuen sich aber bestimmt über einen baldigen kommerziellen Geschäftsstart.

Kommt ohne Fahrer aus: Selbstfahrendes Taxi mit dem Nutonomy-System. (Foto: NuTonomy)