Der staatliche russische Kraftwerksbetreiber Inter Rao will mit dem Bau des größten Kohlekraftwerks der Welt Chinas Stromhunger stillen – und so auch der Pekinger Führung die Gelegenheit geben, das Smog-Problem in der Hauptstadt sowie anderen großen Städten wie Schanghai (Foto) zu lösen. Inter-Rao-Chef Boris Kowaltschuk möchte dazu am Braunkohle-Tagebau Erkovetskaja bei Blagoweschtschensk am chinesisch-russischen Grenzfluss Amur ein acht Gigawatt leistendes Kraftwerk errichten, das nach Schätzungen mindestens zwölf Milliarden Dollar kosten wird.

Der Inter-Rao-Chef, Sohn des Putin-Intimus und Bank-Rossija-Aufsichtsratschefs Juri Kowaltschuk, hofft dazu auf chinesische Darlehen – nicht ohne Grund: Denn in Peking liegen seit dem wochenlangen Smogalarm vergangenes Jahr die Nerven blank, wenn es um Luftqualität geht: Chinas Regierung will möglichst schnell Kohlekraftwerke rund um die Hauptstadt abschalten, um die Rußpartikelbelastung zu senken. Dazu wird zunächst Chinas staatliche Netzgesellschaft für mehr als 20 Milliarden Euro Höchstspannungs-Überlandleitungen bauen, die Städte wie Peking, Schanghai und Kanton mit spärlicher besiedelten Provinzen im Zentrum und im Norden verbinden. Dort, Tausende Kilometer entfernt von den Ballungszentren, ist der Bau neuer Kraftwerke geplant. Kowaltschuk sieht darin seine Chance. Inter Rao ist bereits mit den Chinesen im Geschäft: 2013 lieferte die Tochter East Energy 3,5 Milliarden Kilowattstunden Strom an Chinas mandschurische Nordprovinzen.

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