Sonnenenergie
07.06.2016

Wenn die Sonne kühlt

Foto: GIZ/Marion Geiss
Die Anlage auf dem Dach in Jordanien.

Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Gauck wird gerade eine an der TU Berlin entwickelte solare Klimaanlage präsentiert. Sie soll im heißen Jordanien für Abkühlung sorgen.

 

Anzeige

Bundespräsident Joachim Gauck lässt sich von dem medialen Trubel um seine Person offenbar nicht aus der Ruhe bringen. Bei strahlendem Sonnenschein feiert er am Dienstag und Mittwoch im Park seines Amtssitzes Schloss Bellevue die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ausgerichtete „Woche der Umwelt“. Am Dienstag hat er sich bei einem Rundgang einige der im Schlossgarten Bellevue ausgestellten Umweltprojekte angesehen, darunter auch eine solare Klimaanlage.

Zwei dieser sonnenbetriebenen Anlagen hat die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Jordanien errichtet. Ein 160 Kilowatt-Modell kühlt ein Hotelzimmer in der jordanischen Felsenstadt Petra, eine zweites ist in der Jordanisch-Deutschen Universität nahe der Hauptstadt Amman installiert. Bundesumweltministern Barbara Hendricks (SPD) fördert das Projekt mit 3,7 Millionen Euro.

Anzeige

 

Weniger Emissionen mit Sonnenstrom

Anstatt den Kältemitteldampf wie bei herkömmlichen Klimaanlagen mechanisch zu verdichten, wird dieser bei den an der TU Berlin entwickelten solaren Anlagen über Absorption verflüssigt. Das geschieht durch die über Flachkollektoren aufgenommene Sonnenwärme, die die Anlage mit heißem Wasser versorgen. „So wird der CO2 Ausstoß bei der Energiebereitstellung als auch der Einsatz natürlicher Kältemittel reduziert“, sagt GIZ-Projektleiter Axel Ulmer.

Neu ist das Kühlen mit Sonnenenergie nicht, eine Anlage ist beispielsweise bereits auf dem Dach der Eliteschule United World College (UWC) in Singapur installiert, weitere stehen in der Golf-Region. Die sind in der Regel allerdings wesentlich größer als die auf den Namen „Hummel“ getaufte Anlage von der TU Berlin und deshalb für den breiten Einsatz in Schulen und Hotels nicht geeignet. Das will die GIZ mit ihrem Projekt in Jordanien ändern und berät das dortige Umweltministerium bei einer Strategie für die flächendeckende Installation. Diese Idee hat offenbar auch Bundespräsident Gauck beeindruckt. Er wählte das Projekt als eines von 200 Umweltprojekten unter 600 Bewerbungen aus. 

Jana Kugoth
Keywords:
Sonnenenergie | Jordanien | Sonnenthermie | Klimaanlage | GIZ | TU Berlin | Bundespräsident | Joachim Gauck
Ressorts:
Technology

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen