Der Strompreis für private Haushalte blieb im letzten Jahr deutlich jenseits der 30-Cent-Grenze. Im 2. Halbjahr 2020 wurden im Schnitt 31,16 Cent je Kilowattstunde fällig, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Die Strompreise gingen damit gegenüber dem 1. Halbjahr 2020 um 2,4 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legten die Strompreise im 2. Halbjahr 2020 für alle Haushalte aber um 4,1 Prozent zu.

Werde die Mehrwertsteuer herausgerechnet, hätte der Strompreis im 2. Halbjahr 2020 sogar 6,8 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums gelegen, so Destatis weiter. Die Privathaushalte profitierten so im 2. Halbjahr vor allem von der befristeten Senkung des Mehrwertsteuersatzes.

Abhängig von ihrem Jahresverbrauch zahlen die privaten Haushalte laut dem Amt weiter sehr unterschiedliche Strompreise: Bei einem Jahresverbrauch von weniger als 1.000 Kilowattstunden kostete die Kilowattstunde Strom im 2. Halbjahr 2020 durchschnittlich 44,20 Cent, ab einem Verbrauch von 15.000 Kilowattstunden nur 25,23 Cent. Im häufigsten Verbrauchsbereich von 2.500 bis 5.000 Kilowattstunden betrug der Preis 30,43 Cent.

Im jüngsten Monitoringbericht der Bundesnetzagentur stellt die Behörde fest, dass in den letzten Jahren deutschlandweit ein Trend zur Erhöhung des Grundpreises erkennbar ist. Der durchschnittliche Grundpreis stieg danach von 35 Euro 2017 auf 52 Euro im Jahr 2020. Der maximal verlangte Grundpreis blieb 2020 mit 105 Euro weiter auf dem Niveau vom 2019. Die ohnehin geringe Anzahl der Stromversorger ohne Grundpreis ging seit 2017 sogar leicht zurück - von 46 auf 40.

Weil während der Corona-Pandemie viele Menschen öfter und länger zuhause sind, stieg zudem oftmals der private Stromverbrauch an. Laut einer kürzlich veröffentlichten Umfrage der Marktforscher von Innofact im Auftrag des Preisportals Verivox gaben zwei Drittel der befragten Haushalte (66 Prozent) an, dass ihr Stromverbrauch in der Pandemie anstieg. Während 48 Prozent einen etwas erhöhten Verbrauch angeben, fällt er bei 18 Prozent der Befragten sogar viel höher aus.

Zum Umfragezeitraum Februar 2021 hatte erst die Hälfte der Befragten (49 Prozent) seit Beginn der Corona-Pandemie eine Jahresabrechnung für Strom erhalten. Die meisten dieser Haushalte (59 Prozent) hatten aufgrund eines höheren Stromverbrauchs eine Nachzahlung zu leisten. 46 Prozent führen die Nachzahlung direkt auf die Pandemie zurück.

Schon 2019 hatten die Netzentgelte die EEG-Umlage als größten "Brocken" am Strompreis privater Haushalte hinter sich gelassen (Copyright: AEE)