Erneuerbare Energien
14.11.2017

Windanlagenbauer Nordex in schwerem Fahrwasser

Foto: Nordex SE
Flügel eines Nordex Windrades am Rostocker Hafen.

Die Quartalsbilanz von Nordex zeigt die Schwierigkeiten der Windenergiebranche auf: Auftragsflaute und Erlösrückgang. Ein Stellenabbau droht nicht nur bei den Hamburgern.

Wegen eines Auftragsrückgangs und sinkenden Erlösen im dritten Quartal musste das Windkraftunternehmen Nordex nun seine Umsatzprognose für das laufende Jahr senken. Die Reaktion der Börse folgte prompt: Die Aktie brach um rund fünf Prozent auf 7,30 Euro ein. Erst im Frühjahr hatte das Unternehmen eine Gewinnwarnung ausgegeben.

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Für 2017 erwartet Vorstandschef Jose Luis Blanco nun Erlöse von weniger als 3,1 Milliarden Euro. Bislang waren bis zu 3,3 Milliarden Euro angepeilt. Nach neun Monaten kommt Nordex auf 1,11 Milliarden Euro an neuen Aufträgen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 2,17 Milliarden Euro.

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Ursache der schlechten Auftragslage sind aus Unternehmenssicht vor allem veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen, die sich negativ auf die Projektvorlaufzeiten und damit auf die Auftragsvergabe ausgewirkt haben. Das gelte insbesondere für das 2017 in Kraft getretene Ausschreibungssystem in Deutschland. Bei den ersten Ausschreibungsrunden gemäß dem seit Jahresbeginn gültigen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hatten vor allem Bürgerwindparks mit ungewissen Realisierungschancen Zuschläge erhalten.

Branche in der Krise - Zweckoptimismus bei Nordex

Die Windenergie-Branche steckt in der Krise – Überkapazitäten und der Wegfall von Subventionen setzten sie unter Druck. Auch das deutsch-spanische Gemeinschaftsunternehmen Siemens-Gamesa musste zuletzt Gewinnziele senken und Mitarbeiter entlassen. Hersteller Senvion hat ebenfalls Stellenstreichungen angekündigt.

Nordex übt sich derweil in Zweckoptimismus: „Auf mittlere Sicht sehe ich gute Chancen für unser Geschäft. So stoßen unsere im Sommer vorgestellten neu entwickelten Turbinen mit 140 und 149 Meter großen Rotoren auf wachsendes Interesse bei Kunden“, erklärt Blanco. Er erwarte ab 2019 eine bessere Geschäftsentwicklung. Doch zunächst bereitet das Unternehmen den Abbau von Jobs vor. Medienberichten zufolge könnten europaweit bis zu 500 Stellen wegfallen.

Analysten zeigen sich derweil unentschlossen. Deutsche Bank und Commerzbank empfehlen Finanzmedien zufolge derzeit die Aktie zu halten.

Lesen Sie hier, wie die Windkraftbranche auf der Messe Husum Wind 2017 ihre Wunden leckte.

Carsten Kloth
Keywords:
Windkraft | Windenergie | erneuerbare Energien
Ressorts:
Markets

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