Angesichts der angespannten Branchenlage hat der Bundesverband Windenergie (BWE) Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) aufgefordert, die Reformpläne fürs EEG 2021 offenzulegen. Das Ministerium müsse die Karten auf den Tisch legen und mit der Energiewirtschaft in einen Dialog treten, sagte der Präsident des Verbandes, Hermann Albers.  Hintergrund ist die geplante Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), inzwischen als EEG 2021 firmierend.

Die Novelle dürfe kein Flickzeug werden, so Albers. "Sie muss ein Gerüst sein, auf dem die Windenergie und die anderen Erneuerbaren-Branchen die Energiewende aufbauen und erfolgreich umsetzen können. Was wir brauchen, sind große und mutige Schritte für mehr Zubau, mehr Erneuerbare Energien, mehr CO2-freien Strom."

Die EEG-Reform soll nach den bisherigen Plänen zum 1. Januar 2021 in Kraft treten. Der Ausbau der Windkraft hat sic zwar gegenüber 2019 leicht erholt, bleibt aber weit hinter den ursprünglichen Ausbauplänen zurück. Als Haupthindernisse für den Ausbau gelten lange Genehmigungsverfahren, fehlende Flächen sowie Proteste und Klagen von Anwohnern und Naturschützern. Energieverbände und Klimaschützer hatten immer wieder die schleppende Umsetzung von Plänen für einen schnelleren Ausbau kritisiert.

Windverband reichen neue Ausschreibungsmengen nicht

Die konkreten Vorhaben fürs EEG 2021 sind offiziell noch nicht bekannt, der Bundeswirtschaftsminister plant aber, auch früheren Unterlagen zufolge, eine finanzielle Beteiligung von Standortkommunen an Erträgen der Windparkbetreiber. So ist eine Zahlung an die Anwohner von mindestens 0,2 Cent pro Kilowattstunde Windstrom vorgesehen. Bietet der Betreiber einen Bürgerstromtarif an, soll die Zahlung auf 0,1 Cent sinken.

Dem Vernehmen nach soll es auch neue Ausschreibungsmengen geben. So könnte die Gesamtmenge der bis 2030 bei Wind an Land zu installierenden Kapazität auf die maximalen 71.000 Megawatt angehoben werden, wie sie als Obergrenze im Klimaschutzprogramm 2030 stehen.

Der Bundesverband Windenergie (BWE) erklärte zu bekannt gewordenen Details der Pläne für eine EEG-Novelle, die Ausschreibungsmengen für Wind an Land sollten aber erst ab 2023 steigen, von ab dann 3000 Megawatt bis 5800 Megawatt im Jahr 2028. Der BWE fordere, die Ausschreibungen auf 4700 Megawatt ab dem Jahr 2021 zu erhöhen. Diese Größenordnung halten auch Umweltverbände für notwendig, um bis 2030 einen Anteil von 65 Prozent erneuerbaren Stroms am Strommarkt zu erreichen.

Einen Runden Tisch zu nutzbaren Flächen mit den Ländern befürworte der BWE.  "Allerdings sollten sich die Länder im Rahmen einer Bund-Länder-Vereinbarung zu verbindlichen Ausbauzielen bekennen." Dieses Bekenntnis der Länder soll auch, soweit die Pläne bekannt sind, Eingang ins EEG 2021 finden.

jst/dpa

Auf einen Aufschwung bei der Montage neuer Windräder hofft die Branche inständig (Copyright: Istock)