Zahlen
28.08.2013

Windbranche erwartet Rekordjahr

Foto: Siemens

Im ersten Halbjahr gingen in Deutschland so viele Windenergieanlagen ans Netz wie nie zuvor. Die Branche erwartet das beste Jahr seit 2002. Es bleiben aber Unsicherheiten, vor allem bei der Offshore-Windkraft.

In den ersten sechs Monaten des Jahres gingen in Deutschland 427 Windanlagen mit einer Leistung von 1.143 Megawatt ans Netz. Dazu zählen auch rund 100 Megawatt aus dem Offshore-Windpark Bard in der Nordsee. Die Zahlen präsentierten der Bundesverband Windenergie (BWE) und der Verband VDMA Power Systems am Mittwoch in Berlin.

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Die Branche spricht von einem starken Halbjahr. „Wir liegen acht Prozent über den Werten des Vergleichzeitraums 2012“, betonte BWE-Präsidentin Sylvia Pilarsky-Grosch. Sie rechnet damit, dass das Ausbautempo zum Jahresende noch einmal deutlich anzieht, auf bis zu 2.900 Megawatt. Es wäre der stärkste Zubau seit 2002. „Traditionell gehen im zweiten Halbjahr mehr Anlagen ans Netz“, so Pilarsky-Grosch. 

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Im vergangenen Jahr lag der Zubau der Windenergie in Deutschland bei 2.400 Megawatt, mehr als 90 Prozent davon an Land. Ingesamt flossen Investitionen von 2,7 Milliarden Euro. Deutschland hatte damit einen Anteil von sechs Prozent an den weltweiten Windinvestitionen.

Baden-Württemberg Schlusslicht

Bei der Onshore-Windenergie gibt es weiter große regionale Unterschiede. Während in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz dutzende Anlagen ans Netz gingen, hinkt das Flächenland Baden-Württemberg hinterher. Dort ging trotz ehrgeiziger Pläne der grün-roten Landesregierung nicht ein Windrad neu in Betrieb. BWE-Präsidentin Pilarsky-Grosch führte dies vor allem auf die lokalen Behörden zurück.

Bei der Offshore-Windenergie erwartet die Branche einen neuen Rekord, wenn auch auf bescheidenem Niveau. Bis zum Jahresende könnten Anlagen mit einer Leistung von 200 Megawatt in der Nordsee neu ans Netz gehen, ausschließlich im Windpark des Betreibers Bard vor Borkum. Andere Projekte, wie etwa Rifgat, werden im laufenden Jahr keinen Netzanschluss mehr erhalten.

Offshore: Signale für Investoren

VDMA-Geschäftsführer Thorsten Herdan sieht die Lage in der Branche derzeit grundsätzlich positiv. „Für die Zukunft gibt es allerdings riesige Unsicherheiten, was die politischen Rahmenbedingungen angeht“, betonte er. Nach der Wahl müsste es schnell energiepolitische Entscheidungen geben, etwa zur Zukunft des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Dies gelte besonders für die Windenergie auf hoher See. „Wenn die Politik keine neue Offshore-Regelung beschließt, wird niemand auch nur einen Euro investieren“, warnte er. Der Ausbau bliebe auf die im Bau oder bereits am Netz befindlichen Anlagen mit rund zwei Gigawatt Leistung beschränkt.

Genaue Vorstellungen, wie die Förderung der erneuerbaren Energien oder der Energiemarkt an sich neu ausgerichtet werden sollte, wollten die Verbände noch nicht präsentieren. Es herrsche aber Einigkeit, dass es nicht so weitergehen könne, wie bisher, betonten die Verbandsvertreter. Pilarsky-Grosch sagte, es sei klar, dass etwa am Umlageverfahren etwas geändert werden müsse.

Eine konkrete Förderung hatte VDMA-Mann Herdan allerdings doch in petto. Künftig solle die Inanspruchnahme des Einspeisetarifs nicht an den Zeitpunkt des Netzanschlusses, sondern an den Zeitpunkt der endgültigen Investitionsentscheidung (FID) gekoppelt werden. Dies werde bereits in den USA so gehandhabt.

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
Windenergie | Offshore-Wind
Ressorts:
Markets

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