Einen neuen Weg zur Reduzierung der Produktionskosten schlägt der Siemens-Konzern in München ein. „Wir müssen nicht nur führend bei der Qualität, sondern auch bei den Kosten sein“, sagt Felix Ferlemann, Chef der Windenergie-Sparte. In der Automobilbranche längst üblich, wird es bei Siemens zukünftig auch für Windräder das Baukastensystem geben. Über gemeinsame Plattformen, Komponentensysteme und Produktionsprozesse sollen die Kosten gedrückt und Wettbewerbsfähigkeit erzielt werden.

Siemens schrieb im ersten Quartal 2012 leichte Verluste, der dänische Windkraft-Weltmarktführer Vestas steckt tief in den roten Zahlen. Einen direkten Vergleich mit den Problemen der Solarbranche möchte Felix Ferlemann nicht gelten lassen. So sei in der Windkraft der Aufwand für einen Markteintritt erheblich höher als in der Solarbranche, betont Ferlemann in der Wirtschaftswoche. "Bisher haben die chinesischen Hersteller hier noch keine Infrastruktur aufgebaut, um etwa die Transportkosten zu senken."

Vor allem für Offshore-Parks fordert der Chef der Allianz-Klima-Sparte, Armin Sandhövel, von staatlicher Seite mehr Unterstützung. So fehle den Netzbetreibern oft das Geld für den nötigen Ausbau bei den Stromnetzen. Bei manchen Unternehmen hätten solche und ähnliche Probleme in den vergangenen Quartalen zu Rückstellungen in dreistelliger Millionenhöhe geführt, rechnet Sandhövel vor.

„Der Staat muss Anreize schaffen, damit Stromspeicher gebaut und Leitungen verlegt werden“, sagt Sandhövel. Institutionelle Investoren wie die Allianz seien in diesem Bereich erst wieder bereit zu investieren, wenn die bestehenden Risiken und Schwierigkeiten bei den Offshore-Windparks nicht allein von der Privatwirtschaft getragen, sondern auf vielen Schultern verteilt würden.

Die Bedeutung der Offshore-Windkraft für hiesige Unternehmen unterstreicht unterdessen Martin Billhardt, Vorstandsvorsitzender der PNE Wind AG, bei Veröffentlichung der Quartalsergebnisse deutlich. Mit der Offshore-Windkraft habe sein Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien „substantielle Werte geschaffen, die sich künftig positiv auf das Ergebnis der PNE Wind AG auswirken werden“. Mit dem Verkauf des Offshore-Projektes „Gode Wind 2“ erhofft sich das Unternehmen in Cuxhafen für dieses Jahr noch signifikante Ergebnisbeiträge.

Vor allem für Offshore beklagen Unternehmen den schleppenden Netzausbau (pixelio, Andrea Damm)