Im Bau von Umspannplattformen sieht der Vorsitzende des Windenergie-Netzwerks Mecklenburg-Vorpommerns, Andree Iffländer, eine langfristige Perspektive für die Werften im Lande. "Die Werften im Nordosten haben schon bewiesen, dass sie Plattformen in guter Qualität bauen können", sagte Iffländer der Deutschen Presse-Agentur. Die Nordic Yards, Vorgänger der heutigen Werften-Gruppe des Landes, hatte zwischen 2010 und 2017 insgesamt vier Umspannplattformen gebaut. Die Kosten für die letzte Plattform "DolWin Gamma" waren damals mit rund 800 Millionen Euro angegeben worden.

Der Bundestag hatte Ende vergangenen Jahres die Ausbauziele bei der Windenergie auf See erhöht - auf 20.000 Megawatt bis zum Jahr 2030 sowie auf 40.000 Megawatt bis 2040. Um das 20.000-Megawatt-Ziel bis 2030 zu erreichen, soll bis 2025 eine Leistung von knapp 9.700 Megawatt ausgeschrieben werden.

Derzeit sind etwa 7.800 Megawatt Windkaft in der Nord- und Ostsee in Betrieb. Laut Iffländer wird pro 1.000 Megawatt Leistung eine Plattform gebraucht - bis zum Jahr 2040 seien demnach rund 30 Plattformen notwendig. Auch vom Bau der Windparks selbst könnte Mecklenburg-Vorpommern in erheblichen Maße profitieren. "Das heißt nicht, dass die Werften keine Schiffe mehr bauen. Sie könnten sich aber breiter aufstellen."

Eine Zukunft im Zusammenhang mit der Windenergie kann sich auch der Unternehmer Stefan Lindberg für die Werft in Stralsund vorstellen. Ein künftiger Industriepark Stralsund könne Dienstleistungen beim Ausbau von deutschen, aber auch polnischen Offshore-Windparks anbieten, sagte der Geschäftsführer des Stralsunder Werftenzulieferers Task Engineering GmbH. Er denke dabei vor allem an einen Produktionsstandort für Fundamente.

jst/dpa

Windenergie auf See
Offshore-Winparks können große Strommengen produzieren. (Copyright: iStock)