14.12.2018

Windenergie-Markt 2018 drastisch eingebrochen

Foto: istock/i-Stockr
In der Krise: Windenergie an Land.

Der Ausbau der Windenergie an Land ist in diesem Jahr kaum vom Fleck gekommen. Die Branche warnt, die geplanten Sonderausschreibungen für die nächsten zwei Jahre kämen zu spät.

Die Branche schlug bereits im Sommer Alarm: Der Zubau von Windenergie an Land (Onshore) sei drastisch eingebrochen. Kurz vor Jahresende wird klar: Der Markteinbruch ist noch deutlicher, als die Windanlagenhersteller ursprünglich angenommen hatten. „Ob wir die zur Jahresmitte geschätzten 3.300 Megawatt noch erreichen, ist inzwischen mehr als fraglich. Der Markteinbruch ist damit dramatischer als erwartet“, sagt Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie (BWE).

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So seien in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres Windenergieanlagen mit 2.073 Megawatt (MW) neu ans Netz gegangen. Im Gesamtjahr 2017 waren es 5.333 MW. Auch wenn im letzten Quartal mit einem zusätzlichen Schwung zu rechnen sei, dürfte der Zubau 2018 unter den Branchenerwartungen zurückbleiben. Daran könnten auch die im Energiesammelgesetz festgelegten Sonderausschreibungen für Windenergie nicht viel ändern: Diese seien zwar „enorm wichtig“, kämen aber zu spät, um einen Einbruch in den kommenden zwei Jahren „wirksam zu glätten“, so Albers.

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Stau im Genehmigungsverfahren

Der Bundestag hatte das Energiesammelgesetz Ende November verabschiedet. Es sieht in den Jahren 2019 bis 2021 Onshore-Sonderausschreibungen in Höhe von 4.000 MW vor.

Der Windbranche gehen die Sonderausschreibungen nicht weit genug: Sie fordert eine Ausweitung auch auf Offshore-Anlagen. Außerdem sei es notwendig, dass die Koalition sich „auf ein mittel- und langfristiges Zeit- und Mengengerüst zur Erreichung der 2030er Ziele verständigt und dieses gesetzlich festschreibt“, mahnt Matthias Zelinger, Geschäftsführer des Fachverbands VDMA Power Systems in Bezug auf die Klimaziele der Bundesregierung. Parallel müsse der Stau im Genehmigungsverfahren aufgebrochen werden. 

Unterstützung von Power-to-X

Nach Angaben der Fachagentur Wind an Land wurden in den ersten drei Quartalen dieses Jahres lediglich Genehmigungen über knapp 1.120 MW für 330 Anlagen erteilt. Die Verbände fordern deshalb, Genehmigungsverfahren zu straffen und administrative Hürden zu beseitigen. Zudem bräuchten die Power-to-X-Technologien regulatorische Unterstützung, mit denen erneuerbare Energie beispielsweise in Wasserstoff umgewandelt wird. 

Die Industrie appelliert seit geraumer Zeit an die Politik, „grünen“, aus regenerativer Energie hergestellten Wasserstoff von Abgaben, Umlagen und Steuern zu befreien. Es ist momentan noch zu teuer, ihn wettbewerbsfähig zu produzieren. Grüner Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein, um die nationalen Klimaziele zu erreichen, weil seine Herstellung ein Weg ist, um  fluktuierenden Wind- und Sonnenstrom zu speichern. Aus Sicht der Windenergieverbände entsteht gerade ein weltweiter Wettbewerb um die Führung bei Power-to-X-Technologien.

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Jutta Maier
Keywords:
Windenergie | Windkraftanlagen | Erneuerbare Energie | Power-to-X
Ressorts:
Governance | Markets

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