Erzeugung
28.02.2018

Windenergie: Vestas hält Siemens Gamesa auf Abstand

Foto: Vestas Wind Systems A/S
Vor allem aus den USA verzeichnet der dänische Windkraftanlagenhersteller Vestas eine hohe Nachfrage.

Der dänische Hersteller von Windenergieanlagen Vestas führt einer Studie zufolge beim Onshore-Ausbau. Konkurrent Siemens Gamesa erhält einen Großauftrag in der Türkei – Nordex verbucht einen Gewinnrückgang.

Weltweit wurden im Jahr 2017 knapp 47 Gigawatt an Onshore-Windenergieanlagen in Betrieb genommen. Vier Hersteller waren dabei für 53 Prozent der eingesetzten Maschinen verantwortlich: Dänemarks Vestas, Spaniens Siemens Gamesa, Chinas Goldwind und General Electric (GE) aus den USA. Den Zahlen des Informationsdienstes Bloomberg New Energy Finance (BNEF) zufolge, nimmt Vestas mit 7,7 Gigawatt im Jahr 2017 nach 2016 erneut den Spitzenplatz ein. Die Leistung entspricht einem Weltmarktanteil von 16 Prozent. Insgesamt lag die Kapazität der 2017 in Betrieb gegangenen Onshore-Windenergieanlagen zwölf Prozent unter dem Vorjahreswert von 53,1 Gigawatt.

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Das deutsch-spanische Unternehmen Siemens Gamesa erreichte mit einer Inbetriebnahme von 6,8 Gigawatt den zweiten Platz bei den neu errichteten Onshore-Turbinen. Goldwind nahm 5,4 Gigawatt Leistung in Betrieb und GE 4,9 Gigawatt. „GE auf dem vierten Platz vergrößerte 2017 den Abstand zum fünftplatzierten Hersteller, der deutschen Enercon mit 3.1 Gigawatt“, sagt Studien-Autor Tom Harries. Bei Offshore-Wind sei Siemens Gamesa mit 2,7 Gigawatt weiterhin der größte Zulieferer weltweit.

Siemens Gamesa expandiert in der Türkei

Ende Februar hat Siemens Gamesa einen Vertrag über die Lieferung von Windkraftanlagen mit einer Kapazität von bis zu einem Gigawatt in der Türkei unterzeichnen. Das Unternehmen ist Teil eines Konsortiums, zu dem auch das lokale Infrastrukturunternehmen Kalyon Enerji und der türkische Investor Turkerler Holding gehören. Mit Kalyon tut sich Siemens mit einem besonderen Partner zusammen: Kalyons Eigentümerfamilie Kalyoncu ist türkischen Medienberichten zufolge befreundet mit der Familie des autokratischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan und hat in der Vergangenheit hochlukrative Staatsaufträge erhalten.

Der deutsche Windradhersteller Nordex gab unterdessen einen Gewinnrückgang im Geschäftsjahr 2017 bekannt. Sein Jahresumsatz sank um 9,4 Prozent auf 3,08 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) fiel um rund 15 Prozent auf 242 Millionen Euro. Unternehmensangaben zufolge liegen diese Zahlen innerhalb der Erwartungen. Entsprechend reagierte die Aktie wenig: sie fiel um lediglich knapp 1,5 Prozent auf 9,55 Euro.

Nordex leidet wie seine Wettbewerber Vestas und Siemens Gamesa unter schwächerer Nachfrage und einem Preisverfall. Bloomberg New Energy Finance führt das geringere Wachstum im Jahr 2017 auf eine Verlangsamung des Windenergie-Ausbaus in China zurück, prognostiziert für 2018 aber eine Erholung auf 55 Gigawatt: Der chinesische Markt werde wieder wachsen, auch Lateinamerika werde weiter expandieren.

Lesen Sie auch: Siemens Gamesa geht in der Türkei aufs Ganze

Carsten Kloth
Keywords:
Windenergie
Ressorts:
Markets

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