Stromerzeugung
28.09.2018

Windenergie: Vestas streicht hunderte Stellen in Europa

Foto: Vestas
Windpark mit Anlagen von Vestas in Australien. Wachstum erwartet das dänische Unternehmen vor allem auf außereuropäischen Märkten.

Der Stellenabbau in der Windindustrie geht weiter: Vestas, die Nummer Zwei auf dem Weltmarkt, entlässt 400 Mitarbeiter – die meisten davon in Europa.

Aufsehen mit Stellenstreichungen erregte zuletzt Enercon. Der deutsche Marktführer baut 800 Jobs ab. Nun trifft es die Belegschaft des dänischen Windkraftpioniers Vestas, dem die Probleme der Branche bisher nichts anhaben konnten – so schien es zumindest. Doch wie das Unternehmen jetzt mitteilt, wird es konzernweit rund 400 Mitarbeiter entlassen, drei Viertel davon an seinen Standorten in Mittel- und Nordeuropa.

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Vestas-Chef Anders Runevad begründete den Schritt mit trüben Aussichten auf dem Kontinent. Das größte Marktwachstum erwarte man außerhalb Europas, sagte Runevad. „Unser globaler Fußabdruck muss die Marktentwicklung widerspiegeln“. Vestas müsse seine Personalstruktur der Verschiebung des Geschäfts aus den traditionellen Märkten in neue Märkte mit starkem Wachstum anpassen.

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Verwaltung in Deutschland schrumpft

Die Entlassungen werden laut Vestas vor allem Mitarbeiter außerhalb der Produktion in Deutschland und Dänemark treffen. Diese Aussage dürfte sich unter anderem auf Mitarbeiter im Vertrieb und im Marketing beziehen. Die Fertigung hingegen ist den Unternehmensangaben zufolge weitgehend ausgelastet, denn ihre Produkte würden in außereuropäische Märkte geliefert.

Gemessen an der Größe von Vestas‘ Gesamtbelegschaft ist der Stellenabbau allerdings gering. Das Unternehmen mit Hauptsitz im dänischen Aarhus beschäftigt weltweit 24.300 Menschen.

Branche geht durch Konsolidierung

Die europäischen Windkraftanlagenhersteller gehen seit Längerem durch einen Konsolidierungsprozess, mehrere Unternehmen bauen Personal ab. Mit der Einführung von Ausschreibungssystemen zur Lizenzvergabe für Windparks ist die europäische Nachfrage weniger berechenbar  geworden. Zugleich setzen die Auktionen die Windparkprojektierer und indirekt die Anlagenhersteller unter erheblichen Kostendruck. Die Margen der Anlagenhersteller und Zulieferer schrumpfen.

 

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Christian Schaudwet
Keywords:
Windenergie | Vestas | Auktionen
Ressorts:
Markets

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