Windenergie
01.08.2018

Windparks: China erhöht bis 2027 auf 400 Gigawatt

Foto: iStock
Vor allem vor seinen Küsten wird China die Windstrom-Erzeugung in den kommenden Jahren stark ausbauen.

Während Europa beim Ausbau der Windenergie  erlahmt, legen Chinas Provinzen vor allem bei Offshore-Parks zu. Ab 2020 geht es richtig los, sagen Marktforscher.

Für das Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) ist klar, wer bei erneuerbaren Energien künftig die Schlagzahl vorgibt: „China bereitet sich darauf vor, diese neue Energiewelt anzuführen“, schreiben die Forscher des US-amerikanischen Thinktanks. Für sie ist China der größte Ökostrom-Investor der nächsten Dekaden.

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Eine aktuelle Prognose des dänischen Windenergie-Marktforschungsunternehmens Make dürfte diese These stützen: China wird demnach nun jährlich mehr als 20 Gigawatt Erzeugungskapazität zubauen. Bei diesem Tempo werde das Land im Jahr 2027 eine Gesamtkapazität von rund 400 Gigawatt an sein Stromnetz angeschlossen haben, sagt Make voraus.

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Weniger neue Anlagen in Deutschland

Zum Vergleich: In Europa geht der Trend in die Gegenrichtung. Nach Angaben des europäischen Branchenverbands Wind Europe wurde im ersten Halbjahr 2018 mit 4,5 Gigawatt weniger Kapazität zugebaut als im Vorjahrszeitraum.

Auch in Deutschland verlangsamt sich der Zubau. Kamen im vergangenen Jahr noch 5,3 Gigawatt an Land hinzu, rechnet der Bundesverband Windenergie (BWE) für 2018 nur noch mit einem Plus von 3,5 Gigawatt. Auch bei der Offshore-Windenergie erwarten Marktkenner einen schwächeren Zubau als bisher.

Bei Offshore fängt China erst an

China dagegen beginnt erst, sein Offshore-Potenzial zu erschließen. In allen Küstenprovinzen entstehen neue Windpark-Projekte oder werden bestehende erweitert. Viel spricht dafür, dass China sein Planziel von 5 Gigawatt auf See bis 2020 drastisch übertreffen wird. Wie aus Daten der Provinzverwaltungen hervorgeht, könnten es bis zu 90 Gigawatt werden.

Besonders deutlich zeigt sich diese Tendenz in Guangdong: Bis 2017 gab es in den Gewässern vor der südchinesischen Provinz noch gar keine Windkraftanlagen, doch heute sind bereits Parks von 2 Gigawatt Kapazität im Bau.

Umstellung auf Auktionssystem

Die Make-Analysten erwarten in China bis 2020 zwar noch eine gewisse Bremswirkung durch regulative Beschränkungen und die Umstellung von festen Einspeisevergütungen auf ein Auktionssystem. Doch sobald dieses sich eingespielt hat, soll der Zubau deutlich schneller vonstatten gehen, vor allem auf dem Meer und durch das sogenannte Repowering von Windparks an Land. Dabei werden ältere Windturbinen durch neue, leistungsfähigere ersetzt.

Chinas aktueller Fünfjahresplan sieht bis zum 2020 eine Erzeugungskapazität zu Lande und zu Wasser von 210 Gigawatt vor. Dabei sind hohe staatliche Fördersummen im Spiel. Make rechnet damit, dass die Zielmarke vorzeitig überschritten wird.

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Christian Schaudwet
Keywords:
Windenergie | Offshore | China
Ressorts:
Markets

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