Bei den umstrittenen gemeinsamen Ausschreibungen von Wind und Solar hielt sich die Windkraftbranche auch in der jüngsten Auflage zurück. Laut der heute von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Ergebnisse beteiligten sich an dem gemeinsamen Verfahren ausschließlich Solarprojekte. Für Windenergieanlagen wurde erneut kein einziges Gebot abgegeben, wie die Bonner Behörde am Dienstag mitteilte. Dies war schon bei der vorangegangenen Ausschreibung im Mai dieses Jahres der Fall gewesen.

Die Nachfrage nach der EEG-Förderung für Solaranlagen war dagegen so hoch, dass nicht einmal jedes zweite Gebot berücksichtigt werden konnte. Die Bundesnetzagentur hatte eine Leistung von 200 Megawatt ausgeschrieben, eingegangen waren Gebote für über 500 Megawatt. Alles in allem bezuschlagte die Bundesnetzagentur 43 Gebote mit einer Leistung von knapp 202 Megawatt. Die erfolgreichen Gebote verteilen sich nach den Angaben auf Flächen in 12 Bundesländern. Fast die Hälfte der Zuschläge entfiel allerdings auf Anlagen in Bayern mit 20 Zuschlägen oder rund 91 Megawatt.

Die erfolgreichen Anlagenbetreiber erhalten - wie schon bei der Ausschreibung im April - einen garantierten Preis für ihren Strom von durchschnittlich 5,33 Cent je Kilowattstunde, die niedrigsten Zuschläge liegen bei 5,18 Cent, die höchsten bei 5,45 Cent. 

Bei Biomasse war die Nachfrage - 21 Gebote zu rund 50 Megawatt - deutlich niedriger als die angebotene Menge von knapp 168 Megawatt. Die geringe Beteiligung könnte nach Einschätzung der Netzagentur daran liegen, dass die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes einen deutlich höheren Höchstpreis für Biomasseanlagen ab der kommenden Ausschreibungsrunde vorsieht und Anlagenbetreiber deshalb mit der Gebotsabgabe warteten.

Bei Biomasse waren schließlich 19 Gebote mit einem Volumen von 28 Megawatt erfolgreich, darunter befanden sich zwei Neuanlagen. Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 14,85 Cent je Kilowattstunde und ist gegenüber dem April 2020 mit knapp 14 Cent gestiegen.

jst/dpa

Bei den gemeinsamen Ausschreibungen von Wind- und Solarstromprojekten zieht die Windkraft aufgrund deutlich höherer Kosten steht des Kürzeren (Copyright: Istock)