Dossier Netzausbau
27.06.2012

Woher die Milliarden kommen

Denny Rosenthal

Laut Netzentwicklungsplan soll der Ausbau des Übertragungsnetzes an Land 20 Milliarden Euro kosten. Weitere zwölf Milliarden Euro, um die Offshore-Windparks auf hoher See ans Netz anzuschließen.

Das höre sich nach viel an, relativiere sich jedoch, so 50-Hertz-Chef Boris Schucht. „20 Milliarden Euro machen nur etwa fünf bis zehn Prozent an den Gesamtkosten der Energiewende aus.“

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Das Geld für den Netzausbau soll am Kapi- talmarkt eingesammelt werden. „Ob die Attrakti- vität gegeben ist, sieht man erst, wenn Projekte genehmigt sind und der Streckenverlauf fest- steht“, so Amprion-Chef Klaus Kleinekorte. „Wenn man davon ausgeht, dass die Mittel inner- halb der nächsten fünf Jahre in verschiedene Projekte fließen, würde das ein Volumen von vier Milliarden Euro bedeuten. Also für jeden Übertragungsnetzbetreiber eine Milliarde pro Jahr“, rechnet Kleinekorte vor. Und fügt hinzu: „Da machen wir uns derzeit keine Sorgen.“

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Lange ist eine Kooperation der Übertra- gungsnetzbetreiber oder eine staatliche Netz-AG im Gespräch gewesen. Nun steht fest, dass Über- tragungsnetzbetreiber Tennet alleine zwölf Milliarden Euro finanzieren muss, um Offshore- Windparks in der Nordsee ans Netz zu bringen. Die von der Bundesnetzagentur festgelegte Netzrendite reicht anscheinend für Finanzinves- toren nicht aus – oder anders gesagt: Das Risiko ist zu hoch für die gebotene Rendite. Deshalb halten sich Privatbanken bislang zurück (siehe auch Interview mit KfW-Chef Schröder, S.12). Der Ausbau an Land und offshore beläuft sich inklusive der 25 Milliarden Euro für den Verteil- netzausbau auf über 50 Milliarden Euro.

Niels Hendrik Petersen
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