Allianz
10.05.2012

Wut auf der Hauptversammlung

Allianz
4000 Allianz-Aktionäre fanden sich zur Hauptversammlung ein. Darunter mancher Kritiker.

Während der Hauptversammlung kritisierten Umweltschützer und Menschenrechtler den Allianz-Konzern scharf. Vorstandschef Michael Diekmann wiegelte ab: Die Reputation des Unternehmens sei lupenrein.

Heffa Schücking von der Umweltschutzorganisation Urgewald ist sich am Tag der Hauptversammlung sicher: „Allianz-Investitionen sind vor allem eins: klimaschädlich."

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Neben Schücking kritisieren bei der Versammlung der knapp 4000 Allianz-Aktionäre in der Münchner Olympiahalle auch andere Umweltschützer und Menschenrechtler den Allianz-Konzern - etwa seine Investitionen in Kohlebergwerke und in Fonds, die mit Lebensmittel und Waffengeschäften spekulierten.

Finanzvorstand Paul Achleitner versucht die Vorwürfe zu entkräften und zeigt sich dialogbereit. Zwar stehe Kohle derzeit nicht auf der schwarzen Liste des Konzerns, aber „da sind wir bereit, in sinnvolle Diskussionen einzutreten“, erklärt Achleitner. Insgesamt sei die Allianz ohnehin nur mit sechs Millionen Euro an einem chinesischen Bergwerk beteiligt, an einem Bergwerk in Indonesien mit fünf Millionen Euro. „Wenn sie ein Portfolio von 46 Milliarden Euro verwalten, dann kann immer das ein oder andere gefunden werden, was nicht so gut aussieht“, verteidigt Achleitner.

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Zu den Tochterunternehmen Pimco und Allianz Global Investors äußert sich Achleitner in diesem Zusammenhang nicht. 1200 Milliarden Euro werden hier verwaltet, Investitionsentscheidungen dabei von Dritten getroffen.

Konzernchef Michael Diekmann verkündet auf der Hauptversammlung positive Botschaften. Mit 1,4 Milliarden Euro Gewinn sei Europas größte Versicherung gut ins Jahr gestartet und habe damit bereits die Hälfte des angepeilten Jahresgewinns eingefahren. Die Kritik der Umweltschützer weist er zurück. "Die Reputation des Unternehmens ist lupenrein", zitiert ihn die Financial Times Deutschland. Er lasse auch nicht jede Kritik gelten. „Dann kann ja der nächste kommen und sagen, Autos sind umweltschädlich - und die Allianz investiert in Autokonzerne."

Unterstützung erhält Diekmann auch von unerwarteter Seite. "Die Allianz schmückt sich gern mit dem Kleid der Nachhaltigkeit, und ich muss sagen, das steht ihr nicht schlecht", widerspricht Urgewald-Aktivistin Katrin Ganswindt ihrer Kollegin Schücking.

Daniel Seeger
Keywords:
Banken und Finanzinvestoren | Erneuerbare Energie | Kohlekraftwerk
Ressorts:
Finance

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