Umwelt
15.05.2012

WWF: Kapazität der Erde erschöpft

Roberto Maldonado, WWF
Nicht nur in Wäldern hinterlässt der Mensch den ökologischen Fußabdruck

Ungebremst werden weltweit natürliche Ressourcen ausgebeutet. Mit katastrophalen Folgen für die Natur wie der „Living Planet Report 2012“ beschreibt. Der WWF fordert natürliche Ressourcen künftig im Finanzsystem einzupreisen.

Die Beanspruchung der Ökosysteme, der ökologische Fußabdruck, läge laut Report des World Wide Fund For Nature heute schon deutlich über der tatsächlichen Biokapazität der Erde. Naturvertäglich verteilt verkrafte die Biokapazität weltweit einen Verbrauch von 1,8 globale Hektar (Gha) pro Person an erneuerbaren Ressourcen. Das entspricht insgesamt einem Wert von 12 Milliarden Gha. Tatsächlich liegt der Verbrauch heute bei 2,7 Gha pro Person, was laut Studie vor allem den hohen CO2-Emissionen geschuldet ist.

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Laut WWF-Prognose wird 2030 ein Durchschnittsverbrauch von 3,6 Gha pro Person erreicht. Dann „benötigten (wir) zwei Planeten, um unseren Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken“, warnt WWF-Deutschlandchef Eberhard Brandes. „Bis 2050 wären es knapp drei.“ Die ökologischen Fußabdrücke der einzelnen Nationen verzeichnen dabei gravierende Unterschiede, mit einer klaren Tendenz zwischen armen und reichen Staaten. In Katar werden demnach knapp 12 Gha pro Person verbraucht, in Deutschland 4,6 Gha. Länder wie Afghanistan, 0,5 Gha pro Person, liegen hier sogar deutlich unter einem naturverträglichen Ressourcenverbrauch.

Die Folgen für die Natur sind immens. Um aussagekräftige Daten davon zu erhalten, wurden für den Report 9.000 Polulationen und knapp 2.700 Tierarten beobachtet. Weltweit sank demnach die Artenvielfalt seit Beginn der Aufzeichnungen 1970 um 30 Prozent. Über 20 Prozent in den überfischten Meeren, 37 Prozent im Süßwasser und sogar 60 Prozent in tropischen Gebieten. Tierarten wie dem Flussdelfin, dem Thunfisch oder dem frei lebenden Tiger drohe die Ausrottung. Ursache dafür sei die Zerstörung der Lebensräume, so Brandes. „Natur muss endlich einen Preis haben und die natürlichen Ressourcen müssen im internationalen Finanzsystem berücksichtigt werden.“

Gemäßigte Klimazonen auf der Nordhalbkugel verzeichnen diesem Trend entgegen seit 1970 einen Zuwachs bei den Beständen um über 30 Prozent. Dies läge daran, dass der Höhepunkt der Zerstörung in den alten Industriestaaten schon vor 40 Jahren erreicht wurde. Unter dem Strich stehe es nicht besser als in den Tropen, betont Brandes.

Daniel Seeger
Keywords:
CO2 | Emissionshandel | Klimawandel
Ressorts:
Governance | Technology

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