Immer mehr Verbraucher lassen sich zur Solaranlage auf dem Dach auch einen Stromspeicher einbauen. Rund 88.000 Solarbatterien kamen 2020 in Eigenheimen dazu, 28.000 mehr als 2019, wie der Bundesverband Solarwirtschaft heute mitteilte. Der private Bestand in Deutschland stieg damit dem Verband zufolge auf rund 272.000 Solarbatterien. Damit verfügt jede 7. oder 8. in Deutschland betriebene Photovoltaikanlage über einen Speicher.

2020 habe der Speichermarkt davon profitiert, dass sich, verglichen mit 2019, doppelt so viele Eigenheimbesitzer eine Photovoltaikanlage anschafften - und wie bisher jeder zweite von ihnen auch eine Solarbatterie installieren ließ.  "Wir erwarten, dass die Speichernachfrage weiter anziehen wird", teilte Verbands-Geschäftsführer Carsten Körnig mit. Dazu würden gesunkene Preise, eine wachsende Klimaschutz-Sensibilisierung sowie ein verstärktes Unabhängigkeitsbedürfnis der Verbraucher beitragen. Der Markt für stationäre Batteriespeicher werde sich bis 2025 verdoppeln, bis zum Ende des Jahrzehnts voraussichtlich sogar verfünffachen, erwartet der BSW.

Während die Nachfrage bei Privathaushalten deutlich zunimmt, finden Solarbatterien im gewerblichen Bereich bislang nur wenige Abnehmer. Körnig schätzt die Anzahl der gewerblichen Anlagen in Deutschland auf einen niedrigen dreistelligen Bereich. Je günstiger die Anlagen würden, umso mehr Unternehmen würden aber aufspringen, hieß es.

Mehr Interesse auch bei Unternehmen

Auch für Unternehmen werden Solarstromspeicher zunehmend interessanter. Laut BSW dürfte dazu beitragen, dass seit Jahresbeginn dreimal mehr Solarstrom selbst verbraucht werden darf, ohne dass die Betreiber dafür eine EEG-Umlage abführen müssen. Mit dem EEG 2021 ist die Grenze, ab der EEG-Umlage fällig wird, von 10 auf 30 Kilowatt Leistung oder 30 Megawattstunden Erzeugung pro Jahr angehoben worden.

Dies vereinfacht aus Sicht des Verbandes auch die Speicher-Nachrüstung bei den Anlagen, die nach 20 Jahren aus der EEG-Förderung fallen. Für deren Betreiber sei es am wirtschaftlichsten, möglichst viele Kilowattstunden ihres Stroms selbst zu verbrauchen, so Körnig.

jst/dpa

Besitzer von Photovoltaik-Dachanlagen bis 30 Kilowatt Leistung oder jährlich 30 Megawattstunden Erzeugung sind mit dem EEG 2021 von der EEG-Umlage für selbstverbrauchten Strom befreit worden (Copyright: Istock)