Elektromobilität
25.07.2018

Zahl der E-Ladepunkte steigt um 25 Prozent

Foto: Tank&Rast
Eine der ersten "Ultraschnellladesäulen" von Ionity an der Raststätte Brohltal Ost an der A61. Insgesamt 80 sind geplant, aufladen lässt sich hier mit bis zu 350 Kilowatt Leistung in rund 20 Minuten.

Mittlerweile gibt es in Deutschland 13.500 Ladesäulen – doch fahren immer noch kaum Elektroautos. Der Energieverband BDEW fordert, die Förderprämie für E-Autos umzuschichten.

Vor einem Jahr waren es noch rund 10.700, aktuell gibt es hierzulande rund 13.500 öffentliche und teilöffentliche Ladepunkte für Elektroautos – ein Anstieg um 25 Prozent. Die Ladesäulen hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einem Register erfasst, bei 13 Prozent handele es sich um Schnelllader.

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Der BDEW greift für sein Register auf Meldungen von Energieunternehmen, Parkhaus- und Parkplatzbetreibern, Supermärkten und Hotels zurück. „Die Energiewirtschaft drückt beim Ladesäulen-Ausbau weiter aufs Tempo“, sagt BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer. Denn mehr als drei Viertel der Ladepunkte würden von Energieversorgern betrieben, obwohl dies noch keineswegs rentabel sei.

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Das liegt daran, dass hierzulande bisher nur rund 93.000 Elektroautos (inklusive Plug-In-Hybride) auf den Straßen sind. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit auf Rang 8. In Norwegen gibt es bei gerade mal fünf Millionen Einwohnern bereits rund 187.000 Stromer, das Land belegt Platz vier. Spitzenreiter ist China mit rund 1,2 Millionen E-Autos. Die Zahlen stammen vom Deutschen Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).

Die schleppende Nachfrage in Deutschland schlägt sich auch in der Kaufprämie für Elektroautos nieder: Das öffentliche Anschubprogramm ist ein Ladenhüter, nach zwei Jahren wurde nur ein Sechstel der Fördersumme von 600 Millionen Euro abgerufen. Um das zu ändern, sieht der BDEW die Autoindustrie in der Pflicht: Diese müsse endlich attraktive Elektro-Modelle auf den Markt zu bringen, die in Preis und Leistung mit Verbrennern konkurrieren könnten. „Wie wir sehen, bleibt selbst die Kaufprämie zwecklos, wenn das Produkt nicht attraktiv und bezahlbar ist“, kritisiert Kapferer. Lesen Sie auch: Auto-Experte Dudenhöffer fordert höhere Prämie für E-Autos

Der Energielobbyist hat auch schon eine Idee, wie das Geld besser eingesetzt wäre: Mit einer Umschichtung der Fördersumme für den weiteren Ausbau von Ladepunkten, sollten die Mittel für den E-Auto-Kauf weiterhin so langsam abfließen. Die 300 Millionen Euro, mit denen die Bundesregierung seit 2017 den Bau von neuen 15.000 Ladesäulen unterstützt, werden laut BDEW zügig abgerufen. Beide Förderaufrufe seien überzeichnet, das Ziel werde voraussichtlich bereits nach der Hälfte der Laufzeit erreicht sein.

Weil die Große Koalition im Februar das Ziel auf 100.000 neue Ladepunkte bis 2020 erhöhte, sieht der BDEW das E-Auto-Fördergeld dort besser angelegt. Darüber hinaus fordert der Energieverband von der Regierung mehr Tempo, um die Installation von Ladeinfrastruktur im privaten Bereich zu erleichtern. „Immerhin finden hier rund 80 Prozent der Ladevorgänge statt“, so Kapferer. Eine Sprecherin sagte auf Anfrage, konkret sei damit die Förderung einer Ladeinfrastruktur bei Arbeitgebern sowie deren intelligente Steuerung gemeint. Die andere BDEW-Forderung lautet, dass Wohneigentumsrecht so zu ändern, dass E-Autofahrer von ihrem Vermieter leichter eine Genehmigung zur Installation eines Ladepunktes bekommen.

Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD bereits vereinbart, die Errichtung privater Ladesäulen zu fördern. Außerdem soll der Einbau von E-Ladestellen für Mieter und Wohnungseigentümer rechtlich erleichtert werden.

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Jutta Maier
Keywords:
Elektromobilität | Ladesäulen | BDEW | Kaufprämie | Elektroantriebe
Ressorts:
Governance | Markets

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