Neue Mobilität
11.02.2019

Zahl der Elektroautos steigt rasant

Foto: iStock
Das Model 3 von Tesla war 2018 mit weltweit 146.310 Neuzulassungen am erfolgreichsten.

Das Wachstum der E-Mobilität beschleunigt sich: Anfang 2019 stieg die Zahl der Elektroautos weltweit auf 5,6 Millionen – 64 Prozent mehr als im Vorjahr. Deutschland hinkt weit hinterher.

Die Neuzulassungen von E-Autos erreichen einen neuen Höchstwert: Über 2,2 Millionen Fahrzeuge wurden 2018 weltweit zugelassen. Das ist ein sprunghafter Anstieg von 75 Prozent. Damit hat sich das Wachstum bei den Neuzulassungen zum zweiten Mal in Folge beschleunigt.

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Die Zahlen stammen aus einer Erhebung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Demnach sind die meisten Neuzulassungen, knapp 234.000, Fahrzeuge von Tesla. Danach folgen die chinesischen Marken BYD und BAIC. Erfolgreichster deutscher Hersteller war BMW mit fast 87.000 Elektroautos auf Platz 6. VW liegt auf Rang 9. 

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Bestand Elektrofahrzeuge 2014 bis 2018
Weltweiter Bestand Elektrofahrzeuge 2014 bis 2018. Grafik: ZSW
Marktführer sind somit China und die USA: Das Reich der Mitte liegt bei den Gesamtzahlen mit 2,6 Millionen E-Autos weiter unangefochten auf Platz 1. Danach folgen die USA mit 1,1 Millionen. In Deutschland rollen lediglich knapp 142.000 Stromer über die Straßen.

Die ZSW-Wissenschaftler haben bei ihrer Erhebung Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit ausschließlich batterieelektrischem Antrieb oder mit Range Extender sowie Plug-In Hybride erfasst – also alle Fahrzeuge, die mit Strom „betankt“ werden können.

Tendenz zu vollelektrischen Antrieben

Auch die Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) sieht die Elektromobilität auf dem Weg zum weltweiten Durchbruch: Ihre Analyse der Zulassungszahlen in den großen globalen Automärkten hat ergeben, dass im vergangenen Jahr erstmals mehr als 1 Million reine Elektroautos verkauft wurden – Hybrid-Fahrzeuge und Plug-in-Hybride hier nicht mit eingerechnet. Bezogen auf alle E-Autos seien die reinen Elektroautos erstmals bei den Marktanteilen auch an den Hybrid-Varianten vorbeigezogen.

„Diese Entwicklung ist aus unserer Sicht einschneidend“, sagt PwC-Analyst Cristoph Stürmer. „Denn nachdem jahrelang debattiert wurde, welcher alternativen Antriebsform die Zukunft gehört, zeigt unsere Analyse nun ganz klar, dass der Vollelektriker auf dem Weg ist, sich als weltweit dominante alternative Antriebstechnologie zu etablieren“.

Markant seien PwC zufolge weiterhin die Unterschiede zwischen den großen Märkten: Während in China im vergangenen Jahr unter 1000 Neuzulassungen bereits 34 vollelektrische Fahrzeuge waren, waren es in den großen europäischen Ländern gerade einmal acht – in Deutschland elf.

Forderung nach Zellproduktion

Die Wissenschaftler vom ZSW sehen China ebenfalls auf der Überholspur in Sachen Elektromobilität. Die 1.256.000 Neuzulassungen verdoppelten dort praktisch den Bestand.  Deutschland stehe weltweit auf Rang 8 beim Bestand und Rang 4 bei den Neuzulassungen. Die Wachstumsdynamik sei allerdings vergleichsweise gering. Nach wie vor liege der Anteil an den gesamten Neuzulassungen mit weniger als zwei Prozent auf niedrigem Niveau.

„Die deutsche Automobilwirtschaft sollte in den Milliardenmarkt mit einer eigenen Zellproduktion einsteigen“, sagt Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW. So könne sie sich den hohen Wertschöpfungsanteil von Batterien an Elektroautos sichern und Lieferabhängigkeiten vom Ausland reduzieren. Um den für die deutschen Autohersteller wichtigen Heimatmarkt zu stärken und mehr Klimaschutzerfolge im Verkehrssektor zu erreichen, sollte die Politik zudem die Anreizsysteme ausweiten, rät Staiß: „Dazu gehört auch, dass über die Einführung einer CO2-Preiskomponente für Kraftstoffe nachgedacht wird, damit Strom im Verkehr attraktiver gegenüber konventionellen Kraftstoffen wird.“

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Carsten Kloth
Keywords:
E-Mobilität | Elektroautos
Ressorts:
Technology

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