Energiewende
25.06.2013

Zankapfel Energiewende

GE Deutschland
GE Deutschland-Chef Stephan Reimelt sieht Gefahren und Chancen der Energiewende.

Nach der harschen Kritik von GE-Chef Jeffrey Immelt an den Kosten der deutschen Energiewende schlägt der Deutschlandchef des Unternehmens, Stephan Reimelt, in eine ähnliche Kerbe. Insgesamt sieht er das Projekt aber auf einem gutem Weg.

Vor wenigen Tagen hatte GE-Konzernchef Jeffrey Immelt die deutsche Energiewende als Jobfresser gebrandmarkt. Der Deutschlandchef des Konzerns, Stephan Reimelt, äußerte sich nun auf einer Veranstaltung zur Windenergie an der TU Berlin ganz ähnlich. Wenn in den USA der Strompreis bei fünf Cent pro Kilowattstunde liege, habe das auch für Deutschland und seine Industrie Auswirkungen, betonte er. Reimelt schwächte die Kritik seines Chefes allerdings etwas ab.  „Die Energiewende ist gut unterwegs, wir werden die Ziele erreichen“, sagte er. 

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Allerdings kritisierte er, dass im Zuge der Energiewende ausgerechnet Kohlekraftwerke auf Hochtouren liefen, effiziente Gaskraftwerke aber nicht. Mit das gravierendste Problem bleibt laut Reimelt jedoch der Preis der Energiewende: „50 Prozent der Energiekosten sind von Umlagen und Abgaben gesteuert, nicht vom Markt“, stellt der GE-Manager klar.  

Staatssekretärin verteidigt Altmaier

In Vertretung des angekündigten Bundesumweltministers Peter Altmaier bezog die Staatssekretärin Katherina Reiche dazu Stellung: „Nicht nur die privaten Haushalte, gerade auch die Industrie soll künftig mit den Strompreisen leben können.“ Deswegen stehe sie ausdrücklich hinter der Befreiung von der EEG-Umlage für energieintensive Unternehmen.

Die Kritik der letzten Wochen an ihrem Vorgesetzten Peter Altmaier wollte Reiche indes so nicht stehen lassen. Dessen Vorschlag für eine Strompreisbremse habe keineswegs zu einem Einbruch beim Ausbau der Erneuerbaren geführt, sagte die Staatssekretärin. Andreas Reuter, Leiter des Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES in Bremerhaven, sah dies anders. „Die Diskussionen über die Strompreisbremse hat sich direkt auf die Windindustrie in Bremerhaven ausgewirkt“, sagte er. Investoren hätten sich zurückgezogen, in der Branche mussten Stellen abgebaut werden. 

Davon wusste auch der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) ein Lied zu singen: „In einer Branche, die noch vor einem Jahr als Vorzeigebranche galt, herrscht heute Verunsicherung“, betonte der Politiker in Bezug auf die Offshore-Windkraft.

 

Daniel Seeger
Keywords:
Stephan Reimelt | Jeffrey Immelt | General Electric | Windenergie
Ressorts:
Governance | Community

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