Photovoltaik
18.04.2018

Zölle entschärft: US-Solarindustrie rechnet mit mehr Jobs

Foto: Flickr/US Department of Energy
Die US-Solarindustrie atmet auf. Montage von Solarmodulen im kalifornischen Irvine.

Donald Trumps Importzölle auf Photovoltaikmodule werden der US-Solarbranche wahrscheinlich weniger schaden als befürchtet.

Als US-Präsident Donald Trump im Januar Strafzölle auf Photovoltaikmodule aus aller Welt anordnete, reagierte die heimische Solarbranche bestürzt. Der Interessenverband Solar Energy Industries Association (SEIA) warnte, 23.000 Jobs in den USA stünden auf dem Spiel. Der Grund: Nur ein kleiner Teil der Beschäftigten stellt Solarmodule und -zellen her. Alle anderen würden laut SEIA unter der Verteuerung von importierten Modulen leiden.

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Nun kommt es offenbar doch nicht so schlimm: Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg rechnen Branchenkenner damit, dass in diesem Jahr trotz der Zölle mehr amerikanische Solarjobs entstehen könnten als im bisherigen Rekordjahr 2016. „Wir haben nicht das Worst-Case-Szenario bekommen“, sagt Bloombergs Energie-Analyst Ethan Zindler.

Zölle auf vier Jahre begrenzt

Die Gründe sind demnach: Die Trumps Zölle sind auf vier Jahre begrenzt und werden in diesem Zeitraum sinken. Außerdem ist eine Reihe von Ausnahmen vorgesehen. Die US-Solarindustrie wächst zudem noch dank hohen Auftragseingangs der vergangenen Jahre. „Die Zölle waren eher ein Tiefschlag als eine völlige Enthauptung“, relativiert SEIA-Präsidentin Abigail Ross Hopper frühere Schreckensszenarien ihres Verbands.

Das US-Büro für Arbeitsmarktstatistik prognostiziert insbesondere den Installateuren von PV-Anlagen bis 2026 sogar den schnellsten Beschäftigungszuwachs überhaupt. Die Branche werde dabei unter anderem die IT-Branche und den Gesundheitssektor überholen.

105 Millionen Dollar Fördergeld

Auch die Ankündigung des US-Energieministeriums vom Dienstag dürfte die Stimmung in der Solarwirtschaft aufhellen. Die Behörde will 70 Solartechnologie-Projekte mit rund 105 Millionen US-Dollar fördern. Ziel sei, die Technologie effizienter und günstiger zu machen und sie besser in das Stromnetz zu integrieren, teilte das Ministerium mit. In den geförderten Projekten geht es unter anderem um Sensoren, Stromspeicher und die Photovoltaik selbst.

Die Ankündigung scheint auch den Branchenverband SEIA besänftigt zu haben. Er lobte das Förderproramm als „positiven Schritt zur Stärkung dieser wichtigen öffentlich-privaten Beziehung zwischen der Regierung und der amerikanischen Solarindustrie“. (Foto: Creative Commons)

Lesen Sie auch: Trumps Stahlzölle bedrohen US-Solarindustrie

 

Christian Schaudwet
Keywords:
Solarenergie | Photovoltaik | Donald Trump
Ressorts:
Governance | Markets

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