Weltpremiere in Berlin: Der deutsch-französische Zugbauer Alstom präsentiert auf der internationalen Zugmesse Innotrans am Dienstag den ersten mit Brennstoffzelle betriebenen Regionalzug. Das in Salzgitter gebaute Modell namens Cordia iLinit wandelt Wasserstoff in einer Brennstoffzelle in Strom um und speist damit eine Batterie. Die ersten Züge mit Wasserstofftank auf dem Dach sollen bereits nächstes Jahr in Niedersachsen auf die Schiene gesetzt werden. In punkto Reichweite und einer Geschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde seien die Fahrzeuge mit herkömmlichen Dieselloks vergleichbar, heißt es bei Alstom. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) förderte das Projekt mit 7,6 Millionen Euro.

 

Bombardier setzt auf reinen Batterieantrieb

Jetzt will der kanadische Bahnspezialist Bombardier nachziehen. Gemeinsam mit der TU Berlin plant der Bahnriese die Entwicklung eines rein batteriebetriebenen Zuges. Das Fahrzeug der Talent 3-Serie soll wie Alstoms Brennstoffzellenzug auf Strecken ohne Oberleitung zum Einsatz kommen. 2018 will Bombardier das erste Fahrzeug auf einer Strecke der Südwestdeutschen Verkehrs-AG und Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg einsetzen, sagt ein Bombardier-Sprecher gegenüber bizz energy. Eine Batterieladung reiche voraussichtlich für eine Strecke von 40 bis 50 Kilometer. 

Auch hierfür öffnet Verkehrsminister Dobrindt seine Fördertöpfe. Ebenfalls am Dienstag überreichte der CSU-Politiker Bombardier-Präsident Germar Wacker eine Absichtserklärung über eine Förderung von vier Millionen Euro. „Insbesondere auf Nebenstrecken, an denen Oberleitungen unwirtschaftlich oder noch nicht vorhanden sind, fahren bislang Züge mit Dieseltriebwagen“, sagte der Verkehrsminister. „Mit unseren Investitionen bringen wir hier umweltfreundliche Antriebe aufs Gleis: emissionsfrei, energieeffizient, kostengünstig – eine echte Alternative zum Diesel.“

Der auf der Zugmesse Innotrans in Berlin vorgestellte Brennstoffzellenzug von Alstom. (Fotos: Alstom Transport, Redaktion)