2016 wird das Jahr für den grünen Wasserstoff. Das plant zumindest der Dresdner Brennstoffzellenhersteller Sunfire. Gemeinsam mit Ingenieuren des US-Flugzeugbauers Boeing hat die Firma über zwei Jahre die „reversible Elektrolyse“ entwickelt. Die erste Anlage (siehe Foto) steht inzwischen auf dem Gelände der US-Navy in Kalifornien und sieht so sperrig aus, wie ihr Name vermuten lässt. In ihrer Anwendung soll sie jedoch hoch flexibel sein, verspricht Sunfire. Wenn viel Sonne scheint und starker Wind weht, Grünstrom also im Überfluss vorhanden ist, produziert ein Elektrolyseur damit Wasserstoff. Das hochwertige und energiereiche Gas kann anschließend  gespeichert oder zur Verwendung in industriellen Prozessen weiter verkauft werden. „Wenn Strom hingegen rar und teuer ist, beispielsweise am Abend, schaltet die Anlage binnen Minuten in den Brennstoffzellenmodus“, erklärt Sunfire-Finanzchef Nils Aldag. Dann wandele sie Wasserstoff wieder in Strom um. Damit funktioniere die Maschine im Strommodus wie ein hochflexibles Gaskraftwerk. Bislang war für jede dieser Funktionen ein separates System nötig. Dadurch entstanden auch zweifache Anschaffungs- und Wartungskosten. „Mit der Doppelfunktion rechnet sich die Herstellung von grünem Wasserstoff endlich“, frohlockt Aldag: „Die Abschaltzeiten entfallen.“ Für dieses Jahr hat Sunfire drei weitere Projekte in der Pipeline, darunter bei der Salzgitter AG aus Niedersachsen. Der Stahlriese will damit den für die Produktion benötigten Wasserstoff selbst herstellen. 

Siehe auch unsere Frage des Monats: Kommt die Wasserstoffwirtschaft?

 
In Dresden gebaut – für die US-Navy in Kalifornien: Anlage zur reversiblen Elektrolyse. (foto. Sunfire)